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16 . 12. 2003 Homepage

Nur noch Kalauer!

"Hallo, ist hier die Auskunft? Könnten Sie mich bitte mit Frau Brötchen verbinden?" - "Nein, das geht nicht - ist belegt!" Na super! Wie unter anderem in dieser Radiowerbung zu erkennen ist, befinden wir uns so kurz vor Jahresende offensichtlich völlig in der Kalauerzeit. Und da ich heute einen Clown verschluckt hab (hat "komisch" geschmeckt), mach ich grad mal mit. Also, meine Kollegin steht ja voll auf diesen Sänger ... wie heißt er noch? Usher! Und sein Nachname? Ach ja - Bescher! Und ich weiß auch, wann er Geburtstag hat: am Usher-Mittwoch! Ohje, ohje - wo ist nur das Niveau dieser Kolumne hingeraten? Gut, im vorweihnachtlichen und vorsilvestrigen Alkoholrausch reicht das wohl für so manchen Brüller. Hmm ... was könnte ich hier zum Jahresabschluss noch so alles absondern? Ach ja, warum bekommen Männer keine Zellulite? Weil's scheiße aussieht! Oder: Was ist der Unterschied zwischen Gottlieb Wendehals und George W. Bush? Es gibt keinen. Beide stehen mit einem Gummi-Truthahn blöd in der Gegend rum und meinen, dass sie tatsächlich noch jemand ernst nimmt.
Ich habe einmal ein Weihnachtsgedicht geschrieben. Mal sehen, ob ich's noch zusammen krieg: Von drauß' vom Walde komm ich her, und hab einen Sack voll Geschenke so schwer. Eins ist für dich, du kannst es ruhig glauben, ich musst' es erst grad noch zusammenschrauben. Hab weißen Bart und rote Ohren, ein Rentier ist mir grad erfroren. Doch trotzdem bin ich frohen Mutes und wünsch' ein Weihnachtsfest, ein gutes.
In diesem Sinne ...

1 . 10. 2003 Homepage

Schon wieder Casting-Shows

Langsam reicht's!!! Oder nicht? Ich meine, überall wo man hinsieht, "Deutschland sucht den Suppenkasper", "Poppstars - das Bett-Duett", "Arschloch Academy", ... alles Foren für Taugenichtse und Könnenichtse, die mal für einen kurzen Moment berühmt sein wollen. Die von erfolgreichen Plattenbossen ausgequetscht und ein Jahr später wieder zu recht mit einem herzhaften Tritt in den Arsch vor die Tür gesetzt werden. Die Jurys zur Auswahl dieser Temporär-Stars werden auch immer hochkarätiger besetzt: Sabrina Setlur, Ben, Hur, Frau Kamps, Herr Mustermann - teilweise besteht die Musikerfahrung dieser Profis darin, vor zwanzig Jahren daheim einmal eine Platte aufgelegt zu haben. Obwohl, auf der anderen Seite braucht man vielleicht auch keine Musikerfahrung für solch einen Job. Viele machen sogar Musik ohne jegliche Musikerfahrung. Siehe Scooter. Und einer hat ja richtig gut abgesahnt, bei dem ganzen Superstar-Schmu: Dieter Bohlen. Der braucht sich jetzt endlich nicht mehr mit der "solariumgebräunten Sangesschwuchtel" (wie ihn die Presse damals böswillig und natürlich völlig zu unrecht betitelt hat) Thomas Anders herumschlagen und darf mit seiner Holden in die große Metropole ziehen. Raus aus Tötensen. Nicht, dass die Einwohner dort ihren Städtenamen noch als Imperativ verstehen - nachher tötensen noch, weil er ihnen mit seiner alltäglichen Fernsehpräsenz und nach dem Verfassen von 500 Büchern ganz gehörig auf den Sack geht. Nicht auszudenken, dieser Verlust für die Menschheit. Man würde sie ja auch wirklich vermissen, wenn wir sie nicht mehr hätten: all die tollen Casting-Shows, die die guten Quoten einbringen. Was hätten wir dann noch? "Ficken in New York"? Oder heißt das "Sex and the city"? Ach, langsam bin ich echt überfragt. Ich meine diese großartige Serie mit all den Singles, die sich durch New York poppen (gähn). Sie wird eigentlich nur noch vom Literarischen Quartett übertrumpft. Ach halt, das gibt's ja auch nicht mehr. Und wenn ich sie schon angesprochen habe, die Singles: Manche verbringen offensichtlich sowieso viel zuviel Zeit vor dem Fernseher. Da hat doch glatt ein weibliches Exemplar dieser Gruppierung zuviel Autowerbung gesehen (die, wo aus zwei Worten immer ein neues konstruiert wird, wie "simpelligent" und so) und suchte daraufhin in einer Kontakt-Anzeige einen Spastiker - einen Romantiker, der auch Spaß versteht. Wenn das mal nicht ins Auge geht ...

29 . 7. 2003 Homepage

Der Sommer, die technischen Neuerungen
- und wofür Katzen eigentlich gut sind

Wer hat heute noch keine ISDN- oder DSL-Leitung und surft noch mit langweiligen 56 K durchs weltweite Netz? Ich natürlich. Weil ich nichts Gescheites gelernt habe und mir jetzt solche Hochgeschwindigkeiten nicht leisten kann. Aber das ist auch gut so. Denn mit einer Standleitung ins Internet verpasst man doch so viele technische Neuerungen und ausgeklügelte neue Betrügereien, dass einem echt etwas fehlen würde. So ist es nämlich mittlerweile möglich, jemandem wie mir die Onlineverbindung zum gewohnten Provider mittendrin zu kappen und einfach - vom User weitgehend unbemerkt - auf eine teure 0190er-Nummer umzuleiten. Heisa, ist das ein Spaß, wenn man dann auf der nächsten Telekomrechnung plötzlich 75 Euro zahlen soll, wo man sonst doch kaum mehr als die Grundgebühr bezahlen musste. Man braucht also garkeine Dialer-Programme mehr, um die Leute zu bescheißen - man kann einfach bestehende Onlineverbindungen umleiten, wohin man auch will. Es ist doch immer wieder schön, wenn man den technischen Fortschritt am eigenen Leib erfahren kann. Was würden wir denn zum Beispiel heutzutage ohne einen Nasenhaartrimmer machen? Oder ohne einen Aktenvernichter? Mittlerweile undenkbar, oder? Da müsste man den ganzen alten Papierkram noch dem Hund zu fressen geben. Apropos: Um noch eine Erfahrung wurde ich diese Woche reicher. Da hat in einem kleinen Kuhdorf in der Zone (also Groß Laasch in Mecklenburg-Vorpommern - aber ich finde, meine Umschreibung ist eigentlich schon mehr Information, als man bekommen will) ein Mann mit einer Katze auf seine Frau eingeprügelt. Endlich weiß ich einmal, wozu diese Viecher überhaupt gut sind. Außer, um sie als Türstopper an die Wand zu dübeln oder das neue Schrotgewehr an ihnen auszuprobieren. Gut, die Katze hat die Prügelei natürlich nicht überlebt, aber es gibt ja eh so viele davon. So, jetzt bin ich, glaub ich, vollends komplett vom Thema abgekommen. Das wird wohl die Sonne gewesen sein, die mir dieses Jahr schon so ein bisschen mein Gehirn angesengt hat. Ach, ich freu mich trotzdem, dass es Sommer ist.

24 . 6. 2003 Homepage

Ein tolles Kaufhaus

Schonmal jemand bei Karstadt eingekauft? Ganz tolle Kaufhauskette. Ich kann den tollen Kundenservice, den ich dort genoss, immer noch nicht fassen - einfach wunderbar. Zuerst wollte ich ja nur - um mir den beschwerlichen Weg ins nächste Karstadt-Kaufhaus zu ersparen - per Internet einkaufen. Gut, dass das nicht geklappt hat. So konnte ich endlich einmal den unwahrscheinlich tollen Kundenservice von Karstadt im Internet genießen. Schnell hingemailt, dass es nicht funktioniert - und schon kam postwendend eine Mail zurück, ich solle doch genau mein Betriebssystem, Browser und schießmichtot angeben. Natürlich habe ich das in meiner unnachahmlichen Art - nach der normalerweise jeder Idiot mich versteht - gemacht. Zu dumm nur, dass es aber offensichtlich für die Jungs und Mädels von Karstadt im Internet immernoch ein wenig zu kompliziert war. Natürlich war das aber mein Fehler. Ich hätte wohl öfter das Wort "tun" verwenden sollen. Naja, jedenfalls habe ich nie wieder etwas von denen gehört. Was eigentlich unvorteilhaft war, denn ich wollte dort ein Geburtstagsgeschenk für jemanden bestellen - und wie man weiß, sind Geburtstage ja an einen bestimmten Tag gebunden und kommen dann immer erst ein Jahr später wieder - da könnte glatt ein Zeitdruck entstehen. Eine klitzekleine Abschlussmail, wie sehr mich der tolle Kundenservice überrascht hat, konnte ich mir dann aber doch nicht verkneifen. Hätte ich mir aber doch sparen können - denn den Beweis, dass die Mitarbeiter der Karstadt-Internet-Flotte lesen können, habe ich ja immernoch nicht erhalten.

6 . 5. 2003 Homepage

Wie heißt der blödeste Radiosender der Welt?

Diese Frage stellt sich mir eigentlich nicht mehr, seit es NRJ gibt. Dass sich "Energie" nicht wenigstens NRG abkürzt, okay, das kann ich noch als "besonders hippen Gag eines besonders hippen Verantwortlichen" akzeptieren. Aber hat den Sender schonmal einer gehört? Oder ist er nur im Stuttgarter Raum so schlimm? Gibt es etwas, das schlimmer ist, als unkomische Leute, die sich selbst komisch finden? Bei NRJ wird einem auf jeden Fall täglich eine ganze Horde völlig untalentierter Möchtegern-Comedians aufs Auge, oder hier vielmehr aufs Ohr gedrückt. Besonders die sogenannten "Frühaufstücker" können einem das Frühstück doch reichlich verderben. Erwachsene Männer, die kräftig mit der "Sonnigen Susi" (ehehehehehe) shakern, als wärs die einzige Frau auf der Welt. Sollen sie sie doch endlich flachlegen und uns mit ihrem vorpubertären Gebalze verschonen. Und dann gibt's noch "Die Regie", einen Mann mit eunuchengleich verstelltem Stimmchen, der Witze erzählt, die vor 100 Jahren schon nicht mehr lustig waren. Mei, is dös lusdig. Ich lach mich nochmal tot. Man soll garnicht meinen, dass beim Radio nur Abiturienten genommen werden. Dumme Hörspiele und oberpeinliche Station-IDs runden das selbstverliebte Amateur-Programm ab. Mal völlig planlos "Eeeenneeertschiiiiiiiee" in die Songs gemischt, mal vom jeweiligen Star gar selbst singen lassen. Das ist wohl auch der Grund, warum "From Sarah with love" mittlerweile "Losing my religion" als meistgespielten Song abgelöst hat und immernoch täglich rauf- und runtergedudelt wird (ich kanns nicht mehr hören!!!!): Weil das nette Fräulein Connor damals extra zusätzlich einen Energie-Refrain gesungen hat. Bekommt der Sender-Chef jedesmal, wenn er "Enertschiiiie" im Radio hört, einen Orgasmus? Und dann: Jeden Tag, jede Stunde die gleiche Musik. Songs, die vor ein paar Jahren mal Hits waren und mittlerweile keine Sau mehr hören will. Nichts ganz Neues und nichts Altes. Fast hätte ich noch die tollen Gewinnspiele vergessen, deren Rechtmäßigkeit man ja so gut nachprüfen kann. Gestellte "Hörer", wie vom Zettel abgelesen ("NRJ ist meine Nummer eins. Superklasse!"). Wenigstens ist man mittlerweile ein bisschen von der unsäglich unwürdigen Stümper-Praxis abgekommen, Songs zu Kurzfassungen selbstständig zu verstümmeln und dabei so zu tun, als ob keiner merkt, dass ganze Strophen fehlen. Ich glaube, wer NRJ hört, ist dumm. Und ich dachte immer, es gäbe keinen schlimmeren Sender als Antenne1 ...

21 . 4. 2003 Homepage

Jetzt gibt's was auf die Ohren

Es ist wieder Frühling in Deutschland. Die ersten zarten Knospen sind zwar alle schon wieder erforen, dafür konnten wir die Ostereier in der Badehose suchen. Die Sonne scheint wieder, die Vögel zwitschern, "Deutschland sucht den Superstar" hat endlich ein Ende gefunden - wenn auch eins mit Schrecken. Denn jetzt schwirren all die Casting-Marionetten durch die deutschen Charts. Dabei gilt: Wer am wenigsten singen kann, hat den meisten Erfolg. Zum Glück lehrt uns die Geschichte ("Big Brother"), dass in ein, zwei Jahren all diese Schnarchnasen wieder in Vergessenheit geraten sind und allenfalls noch einer davon eine fünftklassige Gewinnsendung auf einem sechstklassigen Fernsehsender moderiert. Furchtbare Musik und Wettbewerb - das bringt uns auch schon zum Eurovisions-Grand Prix, der demnächst stattfinden wird, sofern die veranstaltende kleine ehemalige Sowjetrepublik bis dahin nicht völlig pleite ist. Deutschland startet dabei - wie gewohnt - wieder mit Ralph Siegel. Das ist der, der jedesmal Letzter wird, danach jedesmal seinen Rücktritt erklärt um dann beim nächsten Mal doch wieder dabei zu sein - damit ist er sozusagen der Jörg Haider der Musikindustrie. Nur, dass Ralph Siegel sich noch nie mit Saddam Husseins Doppelgänger treffen durfte. Der letzte Platz dürfte Deutschland mit dem diesjährigen Beitrag auch wieder garantiert sein. Immerhin hat Ralph Siegel vor einiger Zeit schonmal eine Entschuldigung für seine miesen Musikbeiträge gefunden: Er leidet seit Langem an Tinnitus. Das erklärt natürlich Vieles. Vielleicht ist das Pfeifen in seinem Ohr ja so laut, dass er seine eigene Musik nicht mehr hören kann/muss. Ein anderer Grand Prix, nämlich der mit den Umweltverschmutzern in den lauten Autos (ja genau, die Formel 1), ist auch wieder im Gange. Und man sagt, dass nach dem Rennen in Brasilien Bernd Mayländer im Safety Car (ein Mercedes) die WM-Punkteliste mit den meisten Punkten anführt. Endlich mal wieder ein Erfolg für die schwäbische Autoindustrie.

3 . 2. 2003 Homepage

Fall nicht in das Winterloch

So, jetzt gibt's also nicht mehr nur das berühmte "Sommerloch", sondern neuerdings wohl auch ein "Winterloch". Anders sind viele Ereignisse und Berichte der letzten Monate ja wohl auch nicht zu erklären.
Da fordert ein CSU-Politiker "bis zu 5 Jahre Haft für Wahllügen". Na, ich fürchte, da hätten wir in den letzten Jahrzehnten aber keine Regierung zustande gebracht, und unsere Haftanstalten wären hoffnungslos überfüllt.
Eine Familie wird berühmt, weil sich seit 129 239 Jahren ein Aal in ihrer Badewanne "aalt" - und nachdem man durch die Presse-Aufmerksamkeit ein bisschen Geld verdient hat, wird der Trubel dann doch plötzlich wieder viel zu groß "für den Aal".
In Ostdeutschland (nein, der genaue Name der Stadt ist wirklich nicht interessant) "versteckt" ein Zirkusdirektor einen ausgewachsenen Elefanten. Tagelang muss der arme Dickhäuter in einem Bettkasten verbringen, bevor ihn Tarzan höchstpersönlich (ja, der lebt da jetzt in den neuen Bundesländern und heißt mittlerweile mit Nachnamen Kasultke) rettet.
Die ganze Nation fiebert mit bei "Deutschland sucht den Superkasper", wobei eine bisexuelle Nervensäge aus dem (der Stimme nach) bayerischen Teil Entenhausens wohl größte Chancen hat, am Ende als Sieger hervorzugehen. Die Zeitungen sind voll von Berichten über dieses Spektakel und man fragt sich, was manche wohl noch berichten, wenn das mal zu Ende ist. Z. B. die BILD-Zeitung.
Obwohl, letztere haben ja nun in Hessen und Niedersachsen einen grandiosen Wahlsieg mit anderthalb Mal absoluter Mehrheit eingefahren, mit ihrer neuen Partei VIBD - Vereinigte Intellektlose Bildleser Deutschlands (vormals CDU). Bei dieser Gelegenheit möchte ich übrigens auch gleich einen herzlichen Glückwunsch nach Hessen an den "brutalst möglichen Aufklärer" Koch schicken. Wenn ein George W. Bush die USA regiert und ein Berlusconi Italien, warum soll dann nicht auch ein Herr Koch Hessen regieren?
Tragisch dagegen der Absturz der US-Raumfähre Columbia. Ich bin sicher, dass man auf amerikanischer Seite hier noch ein Verschulden Osama bin Ladens "nachweist" und alsbald den Iran niederbombt, weil dort von 1982 bis 1984 dessen ehemaliger Zimmerkumpel und Skatpartner gelebt hat. Man darf ja schließlich mit Gewalt für Gerechtigkeit sorgen. Und WAS Gerechtigkeit ist, das bestimmen immernoch die Amis. Überhaupt kommt mir der Herr Bush immer mehr vor wie eine Romanfigur Astrid Lindgrens: "Ich mach mir die Welt, wiedewiedewie sie mir gefällt."

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