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11. 12. 2006 Homepage

Oli P. will kein Star mehr sein

Diese Nachricht hat mich getroffen wie ein Schock: "Oli P. möchte kein Star mehr sein." Wobei das Schockierendste an dieser Meldung eigentlich nicht die Tatsache war, dass hier einer aus dem Rampenlicht wieder zurück in sein Privatleben möchte, sondern eher die Offenbarung, dass es an mir bislang völlig vorübergegangen war, dass Oli P. überhaupt ein Star ist. Dieser pubertäre große Bruder, den keiner haben will, der vor einem Jahrzehnt einmal dümmlich zu irgendwelchen stupiden Beats geplappert hat, sich dann bei Wichtigtuer-Formaten wie "Big Brother" blamierte und heute sein Gnadenbrot in diversen Comedyshows bekommt. Er hat ja auch immer Zeit, wenn man ihn einlädt.

Eine andere Blamage dieses Jahres (schließlich ist ja gerade die Zeit der Jahresrückblicke) ist die ewig in Leggings herumturnende Oma, die sich immer noch Madonna nennt, in Afrika auf randlegale Weise kleine Kinder adoptiert und auf dem Weg dorthin schon auch mal kurz viermal die Konfession wechselt.

Noch ein Verlierer (oder ist es ein Gewinner?) dieses Jahres ist ein Computerspiel namens "Counter Strike". Jeder kleine Bub, der irgend einen Scheiß fabriziert, beruft sich auf derlei Kriegsspiele. Okay, ich würde solche amerikanische Kriegstreibereien auch verbieten, aber manche machen sich's schon einfach, wenn sie sich selbst nicht mehr verantwortlich sehen. Neuester Trend ist, wenn man gerade keinen Bock auf Schule hat, einfach ne Amok-Drohung durchzugeben, dann ist der (schulfreie) Tag gerettet. Die Idee ist ja eigentlich nicht neu, dasselbe gab's bei uns mit Bombendrohungen schon vor Jahrzehnten. Nur wir mussten noch das olle Telefon benutzen, wir hatten noch kein Internet, damals, nach dem Krieg. Schade. Und dabei hätten die meisten heute doch die Schulbildung bitter nötig (siehe Pisatest, Frage: Wo liegt Amerika? Antwort: In Argentinien). Und so schüttle ich den Kopf und hoffe, dass dieses Jahr bald rum ist.

19. 11. 2006 Homepage

Anleitung zum Gehasstwerden

Mal Hand aufs Herz: Ist es nicht genauso blöd wie unmöglich, "Everybody's Darling" zu sein? Es ist doch auch mal schön, so richtig gehasst zu werden. Aus eigener Erfahrung kann ich da mit einigen Tipps aufwarten.

Eine gute Grundlage ist schonmal auf jeden Fall, in irgendeiner Sportart (am besten Fußball) Schiedsrichter zu sein. Damit sollte man früh beginnen, um schonmal ein Gespür dafür zu bekommen, wie es ist, wenn einen hunderte bis zehntausende von Menschen gerne im selben Moment umbringen möchten - ein geiles Gefühl. Immer ein guter Rat ist es auch, sich mit naiven Gruppierungen anzulegen. Nehmen wir zum Beispiel einmal Mobilfunkmastengegner. Ein Leserbrief in einer Zeitung genügt, in dem man die Lächerlichkeit dieser Gruppierungen preisgibt und darauf hinweist, dass das alles scheinheilige Hypochonder sind, weil es keinen medizinischen Nachweis für eine Schädlichkeit gibt, sondern nur "Tatsachenberichte von Betroffenen". Wobei die Menschheit ja so doof ist, dass man eigentlich wissen müsste, was man von solchen "Tatsachenberichten" zu halten hat. Unvorstellbar jedenfalls, was man in der Folge eines solchen Leserbriefs für hysterische Droh- und Beleidigungsanrufe und -post bekommt. Auch darauf folgende Leserbriefe der "Betroffenen", in denen man dann von vorne bis hinten beleidigt wird, sind da ganz großes Kino.

Natürlich kann man auch privat viel tun, um gehasst zu werden. Einem Freund die Freundin auszuspannen, ist beispielsweise auch immer sehr spannend, so haben dann auch gleich mehrere Menschen direkt etwas davon. Lügen, betrügen und andere Leute zu verarschen, sind eher für den privaten Gebrauch im Kleinen nützlich, aber natürlich nie falsch.

Ganz toll ist es natürlich auch, Kolumnen zu schreiben, in denen man - die Gedanken sind frei - nach Herzenslust über andere herziehen und sich mal so richtig ausschimpfen kann. Ob den ganzen Quatsch dann hinterher jemand liest, ist eigentlich sekundär. Aber das Schreiben macht schon unheimlich Spaß. Was macht man zum Beispiel, wenn einen mal wieder eine dumme Sau von Frau so richtig verarscht hat, einem nach der Mitteilung, sie wolle nichts von einem, weil sie innerhalb der Clique niemals eine Beziehung anfangen würde, dann doch mit dem Kumpel durchbrennt und dies wochenlang verheimlicht? Am liebsten würde man sie natürlich vergewaltigen und umbringen, so wie sie das verdient hätte, aber das kann man ja nicht machen. Obwohl ... wenn man gehasst werden will, ist das natürlich auch eine gute Voraussetzung. Wenn man das mit kleinen Kindern macht, kann man diesen Hass übrigens noch verstärken.
Oft reicht es aber auch, von all dem nur zu schreiben, so wie ich das hier mache, denn natürlich ist das hier keine Anleitung, andere Leute umzubringen oder sowas, sondern einfach nur richtig gehasst zu werden. Und ich glaube, das hab ich bereits erreicht. Hassmails bitte an mich.

15. 10. 2006 Homepage

Muting als Angriff auf künstlerische Freiheit

Was ist da nur in die Medienwelt gefahren? Welch unbegreifliche Methode der Selbstzensur? Leider muss ich feststellen, dass das "Muting", das Unterdrücken "schlimmer" Worte in Audio- und Videodaten, in den deutschen Medien immer mehr Einzug hält. Aus James Blunts "Wisemen" bleibt statt "all the shit that they could find" nur noch "all the ... that they could find". Neben einem Frontalangriff auf die künstlerische Freiheit auch noch ein unglaublich blöder und unnötiger Akt der Zensur. Was ist denn bitte an "shit" heutzutage noch schlimm? Dass die scheinheiligen Amis heute Livesendungen zeitversetzt senden, um hervorblitzende Nippel oder regierungsfeindliche Worte noch rechtzeitig zensieren zu können, ist bekannt und wird dort auch geduldet. Aber wenn James Blunts "shit", Robbie Williams' oder Green Day's "fuck" und Alanis Morissette's "does she go down on you" in deutschen Medien unterdrückt werden, dann mache ich mir schon gedanken. Kam vor zwanzig, dreißig Jahren jemand auf die Idee, Frank Zappa auf den Index zu setzen? Nein, weil noch keiner verstanden hat, wovon der in "Bobby Brown" singt. Heute unterdrückt man - aber aus demselben Grund. Anders ist es nicht zu erklären, warum Worte wie "shit" gemuted werden. Bei einem Videoclip-Sender wurde sogar der Gürtel von Avril Lavigne während eines ganzen Konzerts unkenntlich gemacht, nur weil auf der Gürtelschnalle die Buchstaben "F U C K" zu lesen gewesen wären. Welch ungeheurer Aufwand und Geldverschwendung für einen höchst fragwürdigen Nutzen.

Ach, wie schön waren doch noch die Zeiten, als in einem Radiosender namens SWF3 ein Moderator Elmar Hörig so etwas nicht zugelassen hat und nur die Originalversionen spielte. Da tönte es aus den Lautsprechern bei "The Beautiful South" noch "Don't marry here, fuck me" statt "Don't marry her, have me". Elmar Hörig wurde längst geschasst, und diese schönen Zeiten sind wohl auch längst um. Schade, wir sind in Deutschland der Zensur wieder einen Schritt näher gekommen. Man wünscht sich die perversen amerikanischen 80er-Jahre-Rapper "2LiveCrew" zurück, bei denen, hätte man die "schlimmen Wörter" gemuted, überhaupt nichts mehr übrig geblieben wäre.

22. 9. 2006 Homepage

Die gute Eva Hermann

Ach, was spricht sie mir doch aus dem Herzen, die gute Eva Hermann. Mit den Thesen in ihrem Buch "Das Eva-Prinzip" kommt sie zum Schluss, die Feministinnen sind an allem Schuld, was in Deutschland falsch läuft. Endlich einmal eine Frau, die das erkannt hat. Natürlich wird sie nun von den weiblichen Journalisten (ganz oben auf der Feministinnen-Liste) dafür gesteinigt. Wie hätte es auch anders sein können. Dabei sind es doch gerade diese "Kriegerinnen gegen das generative Maskulinum", die sich aus der Gesellschaft ausgrenzen, indem sie meinen, man müsste an alles männlich ausgedrückte, aber weiblich einschließende, noch das weibliche Appendix anhängen und damit so wulstige Sätze wie "Lehrerinnen und Lehrer", "Schülerinnen und Schüler", "Politikerinnen und Politiker" produzieren. Ich warte noch auf das "Menschinnen und Menschen", bevor ich dann endgültig in ein Land auswandere, in dem feministische Frauen nicht schreiben dürfen.

Ein weiterer Aufreger, Günter Grass' Geständnis, er sei in seiner Jugend bei der SS gewesen, hat fast schon "Friedmansches Ausmaß". So ist das eben, wenn man im Glashaus sitzt. Da sollte man nicht mit Steinen werfen, sondern lieber eine Frau die Fenster putzen lassen.

Aber die Frauen wollen heute ja höher hinaus. So ist doch immerhin eine Frau gerade zu Gast auf der internationalen Raumstation ISS. 20 Millionen hat sie dafür gezahlt. Beim letzten Mal war so ein Ausflug noch für das Schnäppchen von 18 Millionen zu haben. Mittlerweile hat sich's etwas verteuert. Wahrscheinlich, weil für viel Geld erstmal ein beleuchteter Frauenparkplatz und eine Damentoilette auf der ISS eingerichtet werden mussten.

7. 8. 2006 Homepage

Sie macht krank

Es war einmal eine fiktive Gemeinde, nennen wir sie hier einfach einmal Scheinheilighausen. Dort lebten brave, christliche Menschen, die immer schön ihre Kehrwoche machten und an Weihnachten in die Kirche gingen. Eines Tages kam heraus, dass die örtliche Firma Warschonimmerda sich für Geld eine Mobilfunkantenne von H2O auf das Dach stellen lassen wollte. Da rotteten sich die Nachbarn zusammen und gründeten den Verein Gegen-die-Antenne. Sie hängten Schilder ans Fenster, machten einmal die Woche morgens eine Mahnwache vor der Firma Warschonimmerda und wandten sich an Bürgermeister, Kanzler und Europarat: "Die Antenne macht uns alle krank. Das ist medizinisch-wissenschaftlich erwiesen. Verhindert die Antenne." Nun muss man wissen, dass die Aufstellung einer solchen Antenne lediglich durch einen Vertrag zwischen Mobilfunkbetreiber und Besitzer des Aufstellortes zustandekommt und von keiner dritten Person oder Institution verhindert werden kann. Außerdem muss man wissen, dass es nicht wirklich einen medizinischen Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit von Mobilfunkantennen gibt. Die wissenschaftlichen Abhandlungen, die das behaupten, "beweisen" auch, Rauchen sei nicht schädlich und die Erde sei eine Scheibe. Aber der Verein Gegen-die-Antenne war überzeugt, die Antenne macht krank. In der Nachbargemeinde wurden nämlich auch plötzlich alle krank, nachdem eine solche Antenne aufgestellt wurde. Sie bekamen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Syphillis, Krebs, Zucker, Adrenaleukodistrophie, Meningoenzephalitis und Warzen am Arsch. Was sie nicht wussten ist, dass die Antenne in der Nachbargemeinde zwar aufgestellt war, aber noch nicht eingeschaltet. Nun, die Nachbarn bekamen trotzdem all diese Krankheiten, denn die Antenne macht ja schon allein dadurch krank, dass sie bedrohlich aufm Dach steht. Der Verein Gegen-die-Antenne sammelte Unterschriften, demonstrierte, bedrohte die Besitzer und Mitarbeiter der Firma Warschonimmerda - aber es half alles nichts. Eines Tages kam ein großer Kran und setzte das Antennen-Ungetüm aufs Dach. Der Vereinsboss sah das und forderte gleich alle anderen Vereinsmitglieder zur sofortigen Demonstration auf - natürlich per Handy. Der Empfang könnte übrigens besser sein, in dieser Gegend. Also, ne Antenne braucht man schon, nur soll die eben nicht in der Nachbarschaft stehen, sondern bei anderen - frei nach dem St.-Florians-Prinzip (verschon' mein Haus, zünd' andere an). Die anderen Mitglieder kamen - per Handy angefordert -, hupten, pfiffen mit Trillerpfeifen und blendeten die Arbeiter mit Scheinwerfern und Taschenlampen. Verhindern konnten sie die Aufstellung freilich nicht, und so stand die Antenne alsbald an ihrem vorgesehenen Platz und brummte vor sich hin. "Von jetzt an gehen wir jede Woche zum Arzt und lassen uns durchchecken, damit man sofort die negative Veränderung sieht", sagten sich die Anwohner und Vereinsmitglieder. Außerdem holte man sich Wünschelrutengänger und Strahlungsmesser ins Haus. Dass letztere eine sehr große Strahlung in den Gebäuden - vor allem durch schnurlose Festnetztelefone, Fernseh- und Radiogeräte - ermittelten, kehrte man schnell unter den Teppich, denn eigentlich ist ja nur die Mobilfunkstrahlung von Bedeutung.

Und so gingen viele Monate ins Land, ohne dass jemand dahinsiechte - aber der Handy-Empfang war besser. Und wenn sie nicht mittlerweile alle doch noch gestorben sind, dann leben sie vielleicht noch heute.

10. 7. 2006 Homepage

Auf der Suche nach dem Sommerloch

Um diese Zeit fängt man ja bekanntlich schon wieder an, nach den Sommerlöchern zu suchen. Zuletzt gabs da freilich nicht viel zu finden. Zu wichtig waren all die Themen.

Zuerst war da ein Bär (siehe auch Kolumne vom 27. 5. 2006). Da hat sich die Menschheit - zumindest hierzulande - so sehr angestrengt, diese wilden Tiere endlich aussterben zu lassen, und dann streunt doch wieder so ein Exemplar (mit dem herzlichen Namen JJ1) durch bayerns Wälder. Selbstverständlich durfte das nicht sein. Es folgten wochenlang einige halbherzige Versuche, ihn lebend zu fangen, bevor "JJ" zum Abschuss freigegeben wurde. Und dann - einen Tag, bevor der Abschuss überhaupt frei war - gings plötzlich ganz schnell. Ein besonders schießwütiger Jägersmann schoss das gefährliche Raubtier, das zuvor vor einer noch wilderen Bestie, einer friedlich grasenden Almkuh, geflohen war, aus dem Hinterhalt über den Haufen. Macht das jetzt Schule? Das wäre ja gefährlich, streift doch seit vielen Jahren in Bayern schon ein wild stotternder Stoi-Bär durch die Gegend - wird der jetzt etwa auch zum Abschuss freigegeben?

Der baden-württembergische Landtag kam zur Abwechslung mal wieder zusammen und brachte eine automatische jährliche Diätenerhöhung auf den Weg. Ist auch mühsam, die jedes Jahr von neuem erhöhen zu müssen, und so geht's von selbst. Außerdem will der viele Urlaub (insgesamt ein dreiviertel Jahr) der baden-württembergischen Abgeordneten ja auch gut finanziert sein.

Finanzieren muss auch das Energie-Unternehmen EnBW etwas, weshalb die Tarife heraufgesetzt werden. Es müssen "Kosten weitergegeben werden". Schon klar, und zwar die Kosten für die vielen WM-Eintrittskarten, mit denen man baden-württembergische Politiker nicht bestechen wollte.

Da wir schonmal dabei sind - und es gerade keiner so richtig merkt - da setzen wir auch gleich bundesweit die Steuern noch ein wenig rauf und die Abgaben und die Krankenkassen-Beiträge und die Spritpreise und und und ... und dann wollen wir doch mal sehen, ob der Konsum nicht endlich in Gang kommt. Wär ja gelacht!

Das wichtigste Ereignis hätt ich jetzt fast noch vergessen: Keiner hat's geglaubt, aber Deutschland kann tatsächlich vier Wochen am Stück friedlich Party machen, mit Menschen aus vielen Nationen zusammen, können ein bisschen Nationalstolz zeigen, wenns auch nur zur Unterstützung der Fußballmannschaft ist ... und das unwahrscheinlichste: sogar das Wetter macht die ganze Zeit über mit. Das war schon eine Sensation. Deutschland spielte sogar lange Zeit wunderbar mit ("mit dem Herz in der Hand und der leidenschaft im Bein", wie die münchner Band "Sportfreunde Stiller" in ihrem WM-Hit "'54, '74, '90, 2006" anstimmten - so ganz glaubten sie aber wohl selbst nicht dran, da sie überraschend schnell nach der deutschen Halbfinalniederlage eine neue Version "'54, '74, '90, 2010" veröffentlichten), bis man dann leider gegen Italien im Halbfinale "mit dem Herz in dem Steiß und der Scheiße in der Hos'" ein Spiel verlor, das man nicht verlieren hätte müssen. Mit einem Ballack (Spielmacher? Haha! Viel Spaß beim Auf-der-Bank-Sitzen bei Chelsea in England!), der kein einziges gutes Spiel ablieferte und einem Schweinsteiger, der erst wieder den Ball traf, als es um nichts mehr ging. Immerhin ließ man zu diesem Zeitpunkt bereits verdientermaßen Mannschaften wie die foulen Holländer, die glücklosen Argentinier und die selbstverliebten überheblichen Brasilianer hinter sich. Gewonnen hat das Turnier am Schluss Italien. Okay, es muss ja nicht immer die bessere, sympathischere und fairere Mannschaft Weltmeister werden. Einen Oscar für filmreife Faller, einfallsreiche Schwalben und hollywoodähnliche Intrigen ("sperrt den Mann unseres nächsten Gegners, der hat sich was zuschulden kommen lassen") gibts obendrein von mir dazu. Der Franzose Zidane bekam für seinen Kopfstoß gegen den Italiener Materazzi (wer hätte dem nicht gern eine reingehauen? Wenns aber doch eh Zidanes Abschiedsspiel war, und er deshalb keine auch noch so lange Sperre mehr zu fürchten brauchte, dann versteh ich nicht, warum er den Italiener nicht gleich richtig verdroschen hat) den Preis für den besten Spieler des Turniers und unser Superstürmer Klose die Torschützenkanone oder den goldenen Goleo am Schwanz oder wasimmer es dafür gibt. Aber egal, ich bin stolz, dass wir dieses Turnier so gut hinbekommen haben und auch ein bissl was zu feiern und zu hupen hatten. In vier Jahren werden wir wohl alle im Autokorso nach Südafrika fahren.

Und jetzt such ich halt noch immer das Sommerloch. Vielleicht begegnet es mir ja in den nächsten Monaten.

27. 5. 2006 Homepage

Bäriges

Der Bär ist los in Deutschland. Da kommt nach fast zweihundert Jahren mal wieder ein Bär über die Weißwurstgrenze, und die Deutschen machen, was die Menschheit IMMER macht, wenn sie sich fürchtet: erst mal schießen! Wie gut, dass der Bär rechtzeitig wieder geflüchtet ist und sich versteckt hat. Naja, die meiste Zeit wenigstens, versteckt hat. Einmal hat er dann doch einen österreichischen Jäger "angebrüllt", zumindest nach dessen Aussage. Vielleicht war dieser aber auch nur schon wieder betrunken und hat eine Standpauke von seiner Frau erhalten. Sowas kann man schon mal verwechseln. Ich glaube ja, dass es den Bär gar nicht wirklich gibt. Er ist bestimmt nur eine Erfindung. So wie Osama Bär Laden. Bestimmt meldet sich der Bär demnächst über den arabischen Sender "Al Dschasira" und übernimmt die Verantwortung für die gerissenen Schafe und Hühner: "Ja, das war alles ich."

Bärig war auch mal wieder der Eurovision Song Contest, der dieses Jahr in Athen stattfand. Dazu haben die Griechen extra Will & Grace als Moderatorenpaar verpflichtet, zumindest die Moderatorin sah der Schauspielerin Deborah Messing zum Verwechseln ähnlich. Das haben aber nur die Holländer bemerkt, wobei die sich ja auch auf nichts anderes konzentrieren mussten, schließlich durften sie selbst nicht teilnehmen. Nach dem üblichen Anfangsgeplänkel startete das Feld mit der Schweiz. Six4One mit "If we all give a little" klang wie zusammengecasteter "Die Schweiz sucht den Superscheißdreck", produziert wurde der ganze Mist natürlich von Ralph Siegel. In Deutschland will ihn schon längst keiner mehr sehen, geschweige denn hören. Moldawien folgte mit Arsenium & Natalia Gordienko und "Loca" - Reggae und Pop mit einer ausgezogenen langhaarigen Schönen aufgesext. Dann Israel ... und ich frage mich jedes Jahr von Neuem, was die in einem EUROvision Song Contest verloren haben ... mit Eddie Butler und "Ze hazman", typischer Grand-Prix-Schlager, längst überholt. Lettland schickte mit Cosmos und "I hear your heart" eine Acapella-Band, die sich anhörte, als hätte man Simon & Garfunkel auf den Schwanz getreten. Christine Guldbrandsen sang für Norwegen "Alvedansen" mit ihren Freundinnen, und sie sahen aus wie die No Angels aus dem Elfenland, musikalisch war das aber sehr schön. Für Spanien folgten Las Ketchup und "Bloody Mary" mit Stuhlgang-Choreograhie und einem totlangweiligen Titel ohne Gesicht. Für Malta sang Fabrizio Faniello "I do" und bewies damit, dass man noch so laute Beats drunter legen kann - wenn das Bubigesinge darüber nichts taugt, taugt auch das Lied nichts. Dann endlich Deutschland, die mit Texas Lightning und "No no never" endlich mal wieder einen schönen Ohrwurm ins Rennen schickten. Nur das cowboymäßige Amerika-Angebiedere war peinlich. Es folgten die Nachbarn aus Dänemark - Sidsel Ben Semmane mit "Twist of love" ... Frauenrockband ... gähn. Russland schickte mit Dima Bilan und "Never let you go" einen Boyzone-Bubie-Verschnitt, Lied ätzend. Mazedoniens Beitrag (Elena Risteska mit "Ninanajna") war dann wieder hörbar - allerdings auch nur, weil die drei Mädels ganz unverblümt einen Shakira-Beat 1:1 übernommen hatten. Dann Diskogestampfe aus Rumänien: Mihai Traistariu und "Tornero". Mit Bosnien-Herzegowina folkte es endlich mal wieder - Hari Mata Hari mit "Lejla". Litauen bewies Humor, indem sie eine Mischung aus Green Day und den Barenaked Ladies in Anzüge steckten, "LT United" nannten und frech "We are the winners of Eurovision" singen ließen. Im letzten Jahr gewann schließlich der Titel "My number one" - da kann mans ja mal mit derselben Anbiederung versuchen. Wer sich gefragt hat, was Rolf Zuckowski und sein kleiner Kinderchor mittlerweile so machen, hatte bei Großbritanniens Beitrag (Daz Sampson mit "Teenage life") ein Deja vu: Er rappt jetzt ziemlich steif mit britischen Schulmädchen. Immerhin war der Refrain ein Ohrwurm. Griechenland zeigte mit Anna Vissi und ihrem Durchschnittspopsong "Everything", dass sie den Wettbewerb auf gar keinen Fall nochmal gewinnen wollten, bevor Finnland mit Lordi und "Hard Rock Hallelujah" eine Kiss-mäßige Monsterband auf die Bühne brachte und dem ganzen Laden mit ihrer Hard-Rock-Nummer mal ordentlich in den Arsch trat. Dann wieder gemäßigtere Klänge: Die Ukraine nahm den Vorjahres-Siegertitel, nannte ihn "I am your queen" und ließ ihn von Tina Karol vortragen - darauf fällt keiner rein! Frankreich hatte mit "Vous, c'est nous" einen schönen Titel im Rennen, leider traf Interpretin Virginie Pouchin kaum einen richtigen Ton - so kann mans auch versauen. Kroatien nahm Pipi Langstrumpf, nannte sie nach einem Küchengerätehersteller und ließ sie kroatische Kinderreime vorsingen (Severina mit "Moja tikla" - schon besseren Folk gehört). Brian Kennedy sang für Irland "Every song is a cry for love", und ich wage zu behaupten, dass diese schöne Ballade vor zehn bis zwanzig Jahren noch gewonnen hätte - heute sind die Zeiten aber anders. Das gleiche gilt für Schweden, die mit Carola und "Invincible" eine Annafried-Kopie auf die Bühne schickten. Die Türkei schwärmt wohl neuerdings für Gwen Stefani, denn Sibel Tüzün könnte glatt ihre Schwester sein - "Superstar" war allerdings auch süperscheißendreckscheiße. Folk und Pop verband zum Schluss Armenien mit Andre und "Without your love" auf eher langweilige Art und Weise. Dann wurde wieder ausgezählt. Damit es nicht ganz so quälend lange dauert, wie zuletzt (warum müssen auch jedesmal 29898092 Länder, die zudem selbst überhaupt nicht mitmachen, abstimmen?), wurden diesmal nur die letzten drei Punkte bekanntgegeben, die anderen Punkte erschienen nur sehr kurz auf dem Display. Schade, da fehlte etwas die Nachvollziehbarkeit. Außerdem wurde so das übliche Punktegeschiebe zwischen den Nachbarstaaten noch deutlicher. Man wusste immer schon vorher, welches Land wie viele Punkte bekommt. Auch das ist mittlerweile sehr schade. Peter Urban hat ja schon viele Grand Prixs kommentiert, aber dieses Mal waren seine Worte nur noch müder Sarkasmus - wer wills ihm verdenken? Deutschland wurde unter Wert verkauft (mit 36 Punkten nur Platz 15), hat einfach nach wie vor zu wenige ehemalige Teilrepubliken, um vom Punktegeschacher zu profitieren. Immerhin landete man vor Ralph Siegel, der mit der Schweiz nur 17. wurde. Gewonnen haben die Monster aus Finnland - große Überraschung, und mir fehlen die Worte ...

14. 5. 2006 Homepage

Langeweile und Berechenbarkeit

Ist das Leben denn wirklich so langweilig geworden? Keine Überraschungen mehr? Zumindest vom Sport kann man das wohl so sagen. Wieder einmal fegte im Endspiel des DFB-Pokals der Frauen die Turbine Votzdam den 1. FFC Frankfott vom Platz - wie im letzten Jahr auch schon. Bei den Männern ist's noch schlimmer: Zum zweiten Mal hintereinander - und wohl auch in den nächsten zwanzig Jahren - gewinnen alles nur die Bayern. Nicht, weil die am stärksten wären. Nein, weil alle anderen schlichtweg zu blöd sind. Man kann eigentlich nur noch darauf wetten, wie groß der Abstand zum Rest beim nächsten Mal sein wird. Die ganzen privaten Wettbüros können ja eigentlich ganz froh sein, dass sie jetzt zumachen müssen, für Berechenbarkeit gibt es ja doch keine Quoten. So ne Langeweile. Und da heißt es immer "alles neu macht der Mai". Ha! Das einzig Neue, was man gerade bekommt, ist ein neuer Anstrich an Boden und Wänden, wenn man das Fenster offen lässt und der gelbe Blütenstaub hereinweht. So ist das eben, wenns fünf Jahre lang Winter ist und die Natur dann von einem Tag auf den anderen plötzlich explodieren muss. Ist auch zurzeit irgendwie eine echte Trendfarbe auf Autos: gelb. Und was ist immer, wenns draußen so langsam (oder auch ganz schnell) Frühling wird? Richtig, Muttertag. Die richtige Muttivation, um in das mit 130 PS ordentlich muttorisierte Auto einzusteigen, an der örtlichen Mutto-Cross-Strecke und diversen Muttels vorbei zum Blumengeschäft zu cruisen und ein Sträußchen zu kaufen, frei nach dem Mutto: Ich habe ein Muttiv, warum sollte ich's nicht machen?! Und jetzt bin ich richtig muttiviert, den Rechner auszumachen und in den Frühling zu gehen.

19. 4. 2006 Homepage

Die Rattentheorie

Frauen werden diese Zeilen wahrscheinlich nicht so gerne lesen, aber einmal muss es gesagt sein. Nach jahrzehntelanger Studie der Weiblichkeit keimte in mir nämlich die Erkenntnis, dass sich Frauen in gewisser Weise genau wie Ratten verhalten. Diese Theorie ist natürlich starker Tobak, weshalb ich sie selbstverständlich nicht unbegründet lassen möchte. Ist man als Mann alleine unterwegs, wird man von einer Frau nicht angesprochen. Es ist auch schwierig, eine ansprechen zu dürfen und geht normalerweise in die Hose. Hat Mann aber eine oder auch mehrere Frauen um sich geschart, steigt die Chance, von anderen Frauen angesprochen zu werden, dramatisch an. Auch eine anzusprechen wird nun leichter gehen. Woran liegt das? Und was in aller Welt hat das denn nun bitteschön mit Ratten zu tun? Nun, wer schon einmal Ratten vergiften wollte, kennt dieses Phänomen. Ratten lassen sich in der Regel nicht ausmerzen, weil sie immer erstmal eine vorschicken, die den Köder probiert. Und erst wenn's die "Opferratte" überlebt, kommen die anderen nach. Genau so ist es auch mit Frauen. Wenn sie sehen, eine andere Frau hat diesen Typ offensichtlich "überlebt", zumindest scheints ihr noch ganz gut zu gehen, erst dann rät der weibliche Instinkt dazu, sich diesem Mann nähern zu dürfen.

Stimmt alles nicht? Dann schaut euch mal um, bzw. geht in euch und hinterfragt euch selbst.

12. 3. 2006 Homepage

Neues von der Musik

Das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen - dass Rickie, Dickie und Fickie sich wieder zu Tic Tac Toe zusammenschließen und wieder zusammen Musik machen, war nun wirklich nicht mein größter Wunsch. Auch der Eurovision Song Contest-Vorentscheid war dieses Jahr eine große Enttäuschung und keine eigene Kolumne wert. Nur drei Teilnehmer - und die auch nicht so der Bringer: Ficki Leandros, Nora Anders und Texas Lightning. Man fühlt sich bei diesen Namen direkt wieder in die eher weniger gute als vielmehr alte Zeit zurückversetzt, in der noch Ralph Siegel mit diversen Schlager-Heinis auf die jährliche Teilnahme abonniert war. Hätte nur noch gefehlt, dass man Conny Froboess und Wencke Myhre wieder reaktiviert. Ob man so vom letzten Platz der letztjährigen Veranstaltung wieder weg kommt? Okay, tiefer kann man nicht fallen, von daher ist's ja eigentlich egal. Man könnte auch eine singende Kartoffel oder einen jaulenden Hund nach Athen schicken. Was reg ich mich auf?! Aber bei all den Negativ-Schlagzeilen passt natürlich auch gut ins Bild, dass es dieses Jahr wieder eine Love Parade geben soll. Hurra, ihr Dealer und Hobby-Pharmazeuten - endlich ist der größte Drogenumschlagplatz der Welt (natürlich abgesehen von Kate Moss' Wohnzimmer) wieder geöffnet. Derweil möchte Michael Jackson angeblich ein neues Werk herausbringen, mit einem Gebet des letzten Papstes, Johannes Paul II. Kann sein, dass ich mich täusche, aber wollte er nicht auch schon eine Benefiz-Single zu Gunsten der Tsunami-Opfer von Indonesien und Umland veröffentlichen? Gut, warten wir noch ne Weile drauf. So ganz vergessen ist das ja alles noch nicht. Und die Leute von der Neverland-Ranch warten schließlich auch schon seit ner Weile auf ihre Gehälter.

16. 2. 2006 Homepage

News-Ticker

Der schießwütige amerikanische Vizepräsident Dick Cheney hat bei einer Wachteljagd einen Mit-Jäger abgeschossen. Nachdem er ihm eine Ladung Schrot ins Gesicht und Herz geballert hatte, meinte er: "Sorry, aber hinterm Bush hocken, das darf nur ich."

Viel Lärm um den geplanten Einbürgerungstest-Gesinnungsfragebogen, in dem einbürgerungswillige Ausländer peinliche Fragen beantworten müssen, wie sie zu Schwulen, Frauenrechten und Religionen stehen. Nachdem beschlossen wurde, dass in Bayern und Baden-Württemberg auch Deutsche zum Spaß einmal diesen Bogen ausfüllen sollten, wurden dort nach der Testauswertung jeweils 90% der Bürger ausgebürgert.

Die Streiks im öffentlichen Dienst halten immer noch an. Endlich Zeit für den Rest, sich von diesem unfreundlichen Personal zu erholen.

Nach Tauwetter und heftigen Regenfällen werden für Teile Deutschlands in den nächsten Tagen Hochwasser vorausgesagt. Gerhard Schröder hat sich schonmal auf den Weg nach Ostdeutschland gemacht, er möchte wieder zum Kanzler gewählt werden.

Die Vogelgrippe hat Deutschland erreicht. Während Fachleute dies erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet hatten, wenn Zugvögel wieder zurückkehren, hat sich nun herausgestellt, dass polnische Vögel, die von der harten polnischen Winterkälte dieses Jahres nach Ostdeutschland geflogen sind, den Virus eingeschleppt haben. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts dazu: "Wir waren darauf nicht vorbereitet. Es ist das erste Mal, dass uns aus Polen etwas GEBRACHT wird."

Der Streit um die Mohammed-Karikaturen schwelt weiter. Die dänische Regierung macht nochmals darauf aufmerksam, dass es sich um ein Missverständnis durch Schreibfehler handelt - es ging eigentlich um Moshammer-Karikaturen.

16. 1. 2006 Homepage

Uschi Glas lebt sicher

Oh, ist das wieder scheißekalt. Überhaupt nicht mein Ding. Ich sitze hier, und mir frieren die Hände ab. Außerdem denke ich lauter wirres Zeug, weil meine Gehirnwindungen schon halb stalaktiert sind. Da lenkt man sich gerne mal ab, um nicht denken zu müssen., und lässt sich berieseln vom Tagesgeschehen.

In der Türkei kam der Papst-Attentäter (hatte Johannes Paul angeschossen) frei und meinte, er würde den neuen Papst Ratzinger auch gerne mal "treffen". Treffend auch die "Stars in der Manege" - wo ALT-Stars (und ich meine wirklich "alt") sich in einem Zirkus zum Affen machen müssen. Kürzlich musste sich dort Uschi Glas als Dompteurin behaupten. Kunststück. Welches Raubtier will schon in ne alte Ledertasche beißen. Klar, dass der da nix passiert. Ein anderer Alter ist abgetreten, zumindest fürs Erste: Karl Moik, der nach seinem letzten Musikantenstadl an Silvester einen Schlaganfall erlitten hat. Er wollte wahrscheinlich mit vielen seiner Zuschauer sympathisieren: "Nach der Sendung in die Kiste" dürfte dort ein häufiges Phänomen sein. Moik hatte für seine letzte Sendung eine Überraschung angekündigt - er hat Wort gehalten. Überhaupt war Silvester doch wieder ein voller Erfolg. Ich habe ein grandioses Tischfeuerwerk mitansehen müssen - "bumm" und heraus kam ne Luftschlange, die sich nicht mal entrollte. Das Werbegeschenk eines örtlichen Baumarkts war für diese pyrotechnische Glanzleistung verantwortlich.

Mensch, so viel kann man gar nicht schreiben, dass die Hände wieder warm werden. Ich glaube, ich muss es anders probieren. Vielleicht Hände auf die Herdplatte oder so. Und wenn die niederqualitative Berieselung so weitergeht, am besten auch gleichzeitig noch den Kopf in den Ofen halten.

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