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17. 12. 2009 Homepage

Winterreifen und andere Probleme

Wieder Winter. Brauche Winterreifen. Und Felgen. Ich schaue mich um und lande schließlich bei Pit Stop. Die bestellen auch gerne die neuen Reifen für mich. Das mit den Felgen wird allerdings schwerer. Mazda macht da extra eine Größe drauf, die man nicht so leicht bekommt. Pit Stop versucht es mehrmals direkt bei Mazda. Die haben aber offensichtlich keine Lust, Felgen zu verkaufen. So, wie sie auch keine Lust hatten, mich zu beraten, wie man das am Auto und an der Klimaanlage festgeschraubte Standard-Radio wechseln kann. Man bekommt beim Autokauf einen Internetzugang bei Mazda und wird zeremoniell in die "Mazda Community" aufgenommen, aber wenn man wirklich mal etwas will, kümmert sich keine Sau drum. Meist bekommt man noch nicht einmal eine Antwort.

Wenn man weiß, wie stolz viele Asiaten sind, muss man befürchten, dass sich der japanische Mazda-Oberchef erhängt, wenn er von dem "Service" in Deutschland erfährt. Zum Glück haben wir dann nach vier Wochen doch noch von woanders passende Felgen ergattert. Potthässlich zwar, aber mit Radkappen wenigstens teilweise kaschierbar. Dieser ganze Scheiß kostet mich aber rund 800 Euro. Mit Mazda-Originalfelgen wäre es sogar noch viel mehr gewesen. Ein teurer Spaß. OK, ich spiele ja regelmäßig bei SKL und NKL mit.

Letzteres, obwohl ich das nie in Auftrag gegeben oder sonstwie autorisiert habe. Da hat wohl jemand meine Kontonummer missbraucht. Tatsächlich gewinnt man bei SKL und NKL - ganz wie in der Werbung versprochen -öfter mal. Meistens Kleinbeträge zwischen 50 und 300 Euro. Das Geld wird aber thesauriert, also wieder eingelegt für ein Folgelos, mit dem man dann bei den größeren Ziehungen weiter teilnehmen kann, sozusagen weiterhin als Teilnehmer "im Lostopf verbleibt". So ein Folgelos kostet dann komischerweise immer genau so viel, wie der Gewinn hoch gewesen wäre. Von dem Geld sieht man also nichts. Manchmal wird einem sogar noch zusätzliches Porto für die ganze Scheiße berechnet. Eigentlich auch ein gutes Geschäftsmodell. Ich frage mich, ob irgendjemand die hohen Preise überhaupt einmal gewinnt, in denen sich meine wiedereingelegten kleinen Gewinne befinden.
Hin und wieder ruft mich auch jemand an, ich würde doch bei diesem-und-jenem Gewinnspiel mitmachen. Würde ich dann nicht immer sagen, dass ich davon nichts weiß, würde ich wohl wegen einer "Überprüfung" oder wegen "neuen Geschäftsbedingungen" "nochmals" nach meiner Kontonummer gefragt werden oder sowas. Aber so höre ich nur ein "dann müssen wir das nochmal nachprüfen" und habe erstmal wieder meine Ruhe. Man muss ja generell vorsichtig sein, wenn jemand auf einen zukommt, um einem was Gutes zu tun. Das passiert in dieser Welt normalerweise nicht. Schon gar nicht bei Fremden. Es sollte möglich sein, solchen Leuten über die Telefonleitung Stromstöße verpassen zu können. Man kann mit ner Rakete zum Mond fliegen, aber sowas hat leider noch keiner erfunden. Die wirklich wichtigen Erfindungen sind wohl sowieso eher die kleinen, die ganz versehentlich passieren.
Aber egal. Muss ich halt mein Weihnachtsbudget anzapfen. Ich weiß eh noch nicht, was ich da wieder alles verschenken soll. Weihnachten kommt immer "so plötzlich" und "völlig unerwartet". Und ich lasse mich immer bis kurz davor von inneren Eingebungen inspirieren. Das klappt meist ganz gut. Wenn nicht, habe ich ein Problem. Dann kann vielleicht noch das Blättern in Prospekten oder das Schlendern auf irgendwelchen Weihnachtsmärkten helfen. Und letztlich ist doch wieder alles so schnell vorbei.

5. 11. 2009 Homepage

Katzen

Katzen mag ich nicht. Sie sind verwöhnt, egozentrisch, unberechenbar, lieblos und völlig verhaltensgestört. Deshalb passen sie wahrscheinlich auch so gut zu Frauen. Die sind ja meist auch so. Ich gehöre zwar nicht zu denen, die versuchen, Katzen zu überfahren und die stets nach ihnen Werfen, wenn gerade irgendwas Werfbares zur Hand ist, aber ich kann sie trotzdem nicht leiden. Das Gerücht, ich hätte als Kind kleine Katzen gequält, ist allerdings eine boshafte Unterstellung. Zustande kam das Gerücht wahrscheinlich so: Aufdringliche Katzenliebhaber drohten mir vor vielen vielen Jahren, sie würden ihre Katze gerne ein Mal werfen lassen, bräuchten dann Abnehmer für die Nachkommen, und ich bekäme dann einfach ein Kätzchen davon verpasst - ob ich wolle oder nicht. Ich wiegelte mit dem Kommentar ab, ich würde so ein Viech als Türstopper an die Wand dübeln, wenn man mir das aufdrängt. Die Katzenliebhaber ließen dann doch von ihrem Plan ab - mein Kommentar war also erfolgreich. Gut, meinem Ruf hat das - besonders bei Frauen - vielleicht etwas geschadet. Die rennen mir nun nicht gerade die Tür ein. "Ich mag dich nur, wenn meine Katze dich auch mag." Was für ein Scheiß!

Da ziehe ich wohl den Kürzeren, darum schaue ich mich mal wieder in einer Internet-Single-Community um. Ich bekomme dort Zuschriften von einer Linda Godwill, die in einem Flüchtlingslager im Senegal lebt, weil ihre reichen Eltern vom blutigen Regime in Nigeria ermordet wurden und sie flüchten musste. Und jetzt kann sie nur über den Internet-Rechner vom Flüchtlingscamp-Reverent kommunizieren und braucht jemand, der ihre geerbten 5,2 Millionen Dollar woanders hin transferiert, sodass sie diese nutzen kann. Bald bekomme ich die Info eines anderen Community-Mitglieds, der dieselbe Geschichte aufgetischt bekam, das Mädel dort nennt sich aber Jetou Gerba, kommt von der Elfenbeinküste und hat nur noch 4,3 Millionen Dollar. Ja wie?! War sie inzwischen shoppen bei Prada Senegal? Und überhaupt: Ein Flüchtlingscamp mit Internet und Telefon? Wahrscheinlich hat jeder in seinem Zelt auch noch nen Flachbildfernseher und die Zelt-Eingänge sind aus purem Gold! Vielleicht nutzen die dort alle Erdwärme und haben obendrein eine ganz moderne Wasserleitung. Tagsüber fahren sie mit ihren Bentleys spazieren. Ein Schlag ins Gesicht für jeden, der wirklich in höchster Not in einem solchen Camp sitzt und um sein Leben fürchtet.

Der andere Adressat aus der Community bekommt ein anderes Foto von ihr zugeschickt als ich. Bei ihm ist ein Mädchen drauf, das weniger anhat. Ich frage, ob er mit mir Bilder tauscht. Bald möchte das Mädchen meine Kontonummer haben und bietet die Telefonnummer des Reverends an, ich solle sie doch mal anrufen. Ich spare mir die hohen Telefonkosten, da dort ja doch jemand anderes ans Telefon geht, als ich vielleicht denke. Ein Dritter meldet sich, bei ihm heißt die Gute Florence, kommt aus Tuka Tuka und hat sogar 6,5 Millionen aufm Konto. Auch sie schickt ein Bild - wieder ein ganz anderes, aber auch das sicher nicht wirklich von ihr. Das Stichwort "Nigeria Connection" kommt auf. Ich erfahre noch von vielen weiteren solcher Fälle und komme mir als Single mal wieder völlig verarscht vor.

Vielleicht sollte ich mir doch noch eine Katze kaufen, um bei echten Frauen anzukommen? Oder ein Krokodil. Und dann sage ich: "Ich mag dich nur, wenn mein Krokodil dich auch mag." Ja, genau - am besten in Häppchen.

1. 10. 2009 Homepage

Scheiße am Schuh

Vor der Arbeit bin ich oft noch bei einer Partnerfirma, um irgendwelche Dinge abzuholen oder andere Dinge zu veranlassen. Der Firmenchef dort lässt gerade seinen kleinen Sohn frei herumlaufen. Es gibt in dieser Gegend offensichtlich keinen Leinenzwang. Der Kleine hat ein neues Wort gelernt, das er jedem unter die Nase reibt: "Rotznase! Rotznase!". Okay, irgendwas müssen die kleinen Racker ja aus Kindergarten und Schule mitbringen, außer Noroviren. Und solange es nur "Rotznasen" sind und keine "Hurenvotzen", geht das ja noch.

Ich fahre weiter zu meinem Arbeitsplatz und muss erkennen, dass heute irgendwie mal wieder nicht mein Tag ist. Besonders gerne lösche ich Dinge, die ich zwei Sekunden später dann doch nochmal brauchen würde. Selbst wenn man überall noch zehnmal gefragt würde "Wollen Sie die Datei tatsächlich löschen?", würde ich das trotzdem vorschnell tun. Ich bin einfach so, ich muss manche Dinge auch wieder loswerden, um für Neues offen zu sein. Es ist mir noch nicht gelungen, vorher abzuschätzen, ob ich nachher noch Verwendung für etwas habe. Und ich fürchte, ich lerne das auch nicht mehr.

Endlich Mittagspause! Den Kopf wieder freibekommen! Ich gehe mit dem Firmenhund gassi. Auch das gehört irgendwo zu meiner Stellenbeschreibung. Aber das ist ja auch nicht schlimm, ich mache das gerne. Da kommt plötzlich ein Auto des Feldweges entlang und zwingt Hund samt Herrchen zu einem Ausfallschritt. Dass ich dabei in die Scheiße trete, merke ich erst nach der Rückkehr in die Firma. Natürlich passiert mir das ausgerechnet mit den ganz neuen Schuhen, die noch ganz tiefes Profil haben, in welches sich die Scheiße auch richtig schön tief reinfressen kann. Pfützen für die "Vorwäsche" der Schuhe gibt es auch nicht, draußen ist gerade alles trocken. Schöner Scheiß! Im wahrsten Sinne des Wortes!

Was macht man bloß, wenn einem das in der Firma passiert? Das ist doch voll peinlich! Den Geruch schiebe ich zunächst auf den Hund, doch irgendwann geht der heim und ich sitz noch da. Ich geh ins Internet und surfe diverse Foren durch. Mal sehen, wie andere so mit diesem Problem umgehen. Schließlich werde ich wohl nicht der erste sein, der in die Scheiße getreten ist. In einem Internetforum lese ich aber dumme Kommentare wie: "Mit der Zahnbürste wegmachen. Aber dran denken: Hinterher nicht mehr damit die Zähne putzen." oder "Kann man das mit Glasreiniger machen oder muss ich die Schuhe jetzt wegwerfen?" Andere schlagen die Klobürste vor oder "Schuhe ausziehen und abwarten, bis die getrocknete Scheiße mehr oder weniger von selbst wegbröckelt". Ich versuche zuerst, mit einem Kugelschreiber auf der Toilette das Gröbste aus dem Profil zu pulen. Frage mich, ob ich nicht auch blöd ins Forum posten soll "Ich hab's mit nem Kugelschreiber gemacht. Wurde aber nicht so sauber. Ach, übrigens, braucht jemand nen Kugelschreiber? Schreibt halt jetzt bissl braun." Ich lasse das aber, weil ich ja selbst genug Scheiße am Schuh hab. Das ist alles nicht lustig! Ob ich das jetzt mit der Klobürste versuchen soll? Ich mach's. Wenn das Zeug nur nicht so stinken würde. Wäre ich jetzt Arzt, hätte ich wenigstens eine Gesichtsmaske, die ich aufsetzen könnte. So bekomme ich den Gestank eben voll ab. Selbst schuld. Hätte ich was Gescheites gelernt. Überhaupt: Die zehntausend Euro für den Medienfachwirt hätte ich mir sparen können, die haben sich nie amortisiert. Für das Geld hätte ich mir lieber nen Doktortitel kaufen sollen. Geht ja.

Nachdem "das Gröbste" aus dem Profil geschrubbt ist, arbeite ich weiter und bilde mir ein, dass auch der Gestank nachgelassen hat. Ich lasse die "vorbehandelten" aber noch leicht stinkenden Schuhe später jedenfalls nicht ans Gaspedal, sondern lege sie auf die Fußmatte des Beifahrersitzes und fahre schuhlos. Zuhause lasse ich die Schuhe dann einige Monate auf dem Balkon, bis der Winter kommt und den bis dahin zu Erde gewordenen Rest aus dem Profil herausgefriert. Ich frage mich, ob man das Profil jemals wieder komplett frei bekommt ...

9. 9. 2009 Homepage

Gebühr wofür?

Das hätten die sich so gedacht. Die von O2. Die seitherige Praxis der Mobilfunkunternehmen, Prepaid-Kunden ihre Kontingente zu sperren, wenn sie mal länger als vier Wochen nicht telefonieren, war ja bereits dreist genug - jetzt soll die "Nutzungspause" generell etwas kosten. Also eine Gebühr für die Nichtnutzung erhoben werden. Das ist natürlich die Idee überhaupt. Davon könnten sich andere noch eine Scheibe abschneiden, die bislang noch nicht auf eine solch glorreiche Idee gekommen sind. Wie wärs denn z.B. für die finanziell klammen Städte und Gemeinden mit einer "Stadtreinigungsausfallgebühr" für alle die, die ihren Müll brav normal entsorgen und nicht in die Gegend werfen? Oder eine "Gebühr für die Nichtnutzung des Strafvollzugsdienstes" für alle die, die gerade nicht im Gefängnis sitzen? Vielleicht auch 10 Euro Praxisvermeidungsgebühr pro Quartal für gesunde Menschen, die nicht zum Arzt gehen. Man könnte auch generell die Abgaben für Kinderlose erhöhen ... ach, nee, halt, das gibts ja tatsächlich. Und wie könnte nun der neue Slogan von O2 aussehen? "Wählen oder zahlen", "O2 can do - the screwed are you", "Telefonieren Sie doch, wo Sie wollen - aber gefälligst oft" oder "Immer eine gute Verbindung - sonst knallts"?

Einen ganz anderen, sehr missverständlichen, Slogan verwendet die groooße Möbelhauskette, die mit dem dicksten Deutschen seit Helmut Kohl, dem bayerischen Schauspieler Ottfried Fischer, wirbt. Gut, Ottfried Fischer ist jetzt nicht dafür bekannt, dass er hektisch herumfuchtelt und durch die Gegend springt. So kann man ihn ganz ruhig auf einen übergroßen Stuhl setzen, wo er warten muss, bis ihn der Helikopter wieder herunterbringt. Den gigantischen Stuhl füllt er sogar noch fast aus. Die Möbelhäuser sind "die mit dem roten Stuhl". Komisch, ich dachte immer, "die mit dem roten Stuhl" seien Darmkrebspatienten?! So kann man sich irren.
Wie lautet denn eigentlich der Slogan für die neue Glühbirne? Ich meine diejenige, die jetzt so unheimlich viel Strom spart, dafür scheiße leuchtet, teurer ist und am Ende katastrophal schädlich zu entsorgen ist. Was war das denn für eine Aktion von der EU? Unter dem neuen Licht sehen doch außerdem alle Menschen viel schlimmer aus. Hmm ... vielleicht wollte das ja die Schönheitsindustrie so. All die Uschi-Glas- und Pferdesalbe-Verkäufer und die Schönheitschirurgen. Nicht alles, was neu ist, ist eben auch gut. Das haben schon unsere Großeltern gewusst. Gut, irgendwann musste deren Telefon mit der Wählscheibe dann doch entsorgt werden, weil bei Service-Hotlines immer gefordert wird "drücken Sie die zwei". Wie ist denn das, wenn man die Töne mit dem Mund erzeugt? "Tüüüt!" Ob da der Computer darauf hereinfällt? Man sollte es fast einmal probieren. Wahrscheinlich wird man dann auf jeden Fall letztlich zu einem richtigen Mitarbeiter durchgestellt - auch gut.

12. 8. 2009 Homepage

Schleierwolken in Afghanistan

Regen ... mal wieder kein einziges stabiles Hoch im deutschen Sommer 2009. Ich schaue mir frustriert den Wetterbericht an. Diese Woche sind zwei schöne Tage zu erwarten, aber zum Wochenende hin regnet's dann wieder. Zum internationalen Vergleich klicke ich auch auf das Auslandswetter. In Afghanistan sind Schleierwolken zu erwarten. Ha-ha! Eigentlich könnte ich doch - wenn ich schon am Rechner sitze - etwas Sinnvolles machen.

Da sich mein alter Schwarzweiß-Laserdrucker gerade gen Jordan verabschiedet hat (okay, er hat jetzt bestimmt fünfzehn Jahre gehalten, da kann man ja nix sagen), könnte ich mal nen neuen bestellen. Und dann am besten gleich einen Farb-Laserdrucker, kostet ja heute auch nicht mehr die Welt. Heute ist es schließlich üblich, dass man einen Drucker für nen Apfel und 'n Ei verkauft und dann für den Toner den Preis eines Einfamilienhauses verlangt. Suche mir bei guenstiger.de den günstigsten Händler und bestelle daselbst: Beim KCT Systemhaus. Als Neukunde darf ich nur per Vorkasse oder Nachnahme bestellen. Ok, das ist so üblich, klicke ich eben Vorkasse an. Bekomme eine automatisch generierte Mail mit der Nachricht, dass demnächst noch eine Mail mit der Bestellbestätigung kommt. Prima, ich muss ja schließlich wissen, wie viel ich an wen und unter welcher Vorgangsnummer überweisen muss. Es vergehen Tage, und nix passiert. Ich frage per Mail nach, wo denn das Problem liegt. Keine Antwort. Nach weiteren Tagen frage ich nochmal kurz nach, ob der Händler denn Lust hat, Dinge zu verkaufen und ob ich mir den Aufpreis für den "Schnellversand" jetzt sparen kann. Wieder keine Antwort. Gut, man kann die Händler ja bei guenstiger.de bewerten. Ich bewerte negativ. Guenstiger.de setzt sich daraufhin mit dem Händler in Verbindung und schreibt mir dann, ich sei selbst schuld, weil ich falsch bestellt hätte, nämlich per Rechnung, und das ginge nicht. Schön. Meinen Einwurf, dass ich ganz genau weiß, dass ich per Vorkasse bestellt habe und dass - wenn ich denn tatsächlich falsch bestellt hätte - der Händler ja auf eine meiner Anfragen wenigstens Antworten hätte können, lässt guenstiger.de nicht gelten. Meine Kritik an dem Händler wird nicht veröffentlicht, aber sie hoffen, dass ich weiterhin guenstiger.de nutze.

Na toll. Jetzt steh ich immer noch ohne Drucker da und hab mich mal wieder von der Existenz der Servicewüste überzeugt - als ob es da noch eines weiteren Beweises bedurft hätte. Ernüchtert den PC abgeschaltet, widme ich mich der Tageszeitung. Der Pussy-Club in der Nähe, ein neues Bordell mit "All you can fuck"-Flatrate, wird schon nach wenigen Tagen wieder zugemacht, steht da. Wegen "hygienischer Mängel". Der Betreiberin soll die Lizenz entzogen werden. Seit zwei Jahren nörgle ich herum, weil der Betreiber eines am selben Ort ansässigen Bowlingcenters sich nicht an das Nichtraucherschutzgesetz halten will, aber Ordnungsamt und Regierungspräsidium Stuttgart haben eine Mischung aus "keine Lust" und "keine Handhabe", das zu ändern. Macht aber ein neuer Puff auf, ist man sofort zur Stelle. Merke nur ich das, dass in diesem Land das Scheinheiligtum regiert? Jetzt rege ich mich auch schon beim Zeitunglesen auf! Ich klappe die Zeitung zu und philosophiere noch ein wenig vor mich hin. Was, wenn nicht Conrad Röntgen die Röntgenstrahlen entdeckt hätte, sondern ein Horst Fick? Wie würde sich das heute anhören? "Oh, das sieht aber gar nicht gut aus, das muss dringend gefickt werden. Ich überweise Sie zum Fickarzt, der soll Sie mal ficken." - "Jetzt bin ich dieses Jahr schon sieben Mal gefickt worden, langsam habe ich Angst, ich bekomme Krebs."

5. 7. 2009 Homepage

Weitere Gedanken eines Autofahrers

Und schon wieder bin ich auf der Straße. Endlich Feierabend. Mittlerweile habe ich ein Cabrio. Da muss man plötzlich Vieles beachten, worüber man sich vorher keine Gedanken gemacht hat. Zum Beispiel sollte man darauf achten, keine peinliche Musik im Auto zu haben, weil die vorüberziehende Umwelt zu einem gewissen Teil mithören kann. Außerdem kann man das Auto aussaugen, so oft man will - es ist innen ständig dreckig, weil allerhand Gedöns reinfliegt, das vorher vom Dach abgehalten wurde. Auch fragt man sich: Haben Cabriofahrer bei offenem Dach die Seitenscheiben eigentlich oben oder unten? Ein prüfender Blick auf die Straße lässt hier leider keine Allgemeingültigkeit erkennen, da es offensichtlich solche und solche gibt. Ich frage meinen Chef, seineszeichens alter Cabriofahrer. Er drückt sich sehr diplomatisch aus, von wegen, das solle jeder so machen, wie er selbst windempfindlich ist. Was er aber zwischen den Zeilen ausdrückt, ist: Wer Scheibe oben lässt, ist eine Muschi. So bin ich also auf der Schnellstraße jetzt eine Muschi, sonst aber nicht. Immerhin. Zu guter Letzt sollte man beim Cabrio noch beachten, dass man sich mit Rülpsen oder sonstigen Flatulenzen etwas zurückhalten sollte, da ohne Dach die exklusive Privatheit nicht mehr gewährt ist. Auch, wenn sich der Abzug der verbrauchten Luft wesentlich vorteilhafter gestaltet. Jetzt fahre ich hier also und ausgerechnet ein großer Stinker, ein steinalter Bock, fährt vor mir. Normalerweise würde ich jetzt im Auto auf Umluft schalten, aber im Cabrio bekomme ich alles ab. Genauso wie ich auch jedes Verkehrsgeräusch plötzlich mitbekomme. Deshalb muss ich auch das Radio lauter drehen - und dadurch um so stärker auf unpeinliche Musik achten. Ich versuche, den Stinker zu überholen. Das gelingt mir auch. Allerdings ist die freie Fahrt an guter Luft jäh wieder zu Ende, als wieder mal ein LKW vor mir her schleicht. Dann eine Baustelle. Es gibt Zeiten, da ist alle 500 Meter eine. Manche werden niemals fertig. Oder alsbald schon wieder neu eröffnet. Es gibt Baustellen, die sind schon so alt, dass sie wahrscheinlich in Kürze zum Weltkulturerbe erklärt werden. Wieder einmal warte ich schier endlos an einer Baustellenampel. Der monotone Baustellenlärm lässt mich vor mich hinträumen. Muss daran denken, wie ich neulich bei irgendjemandem auf Pro7 "Red! Stars Lifestyle & More" ansehen musste. Was ein Scheiß! Wie wichtig, ob Angelina Jolie mit einem Schweißfleck unterm Arm oder Sean Connery in einer kurzen Hose gesichtet wurde. Es fiel mir auf, dass man es hier geschafft hat, in einer etwa einstündigen Sendung 837mal das Wort "sexy" zu verwenden. Es heißt ja "sex sells", aber hier scheint es der völlig verzweifelte Versuch zu sein, etwas Uninteressantes interessant zu machen. Für manche Formate gehören die Programm-Macher wirklich schwarz angemalt und zum NPD-Parteitag geschickt. Ampel wird grün. Endlich. Muss mich sputen, damit ich einer von den drei Fahrern bin, die an der Ampel vorbeikommen, bevor diese wieder für zwei Stunden auf rot steht. Frage mich, ob es den anderen auf der anderen Seite auch so geht. Und wer in der verbleibenden Stunde, neunundfünfzig Minuten und fünfzig Sekunden dazwischen diese Baustelle passieren darf. Ein entgegenkommender Fahrer mit demselben Auto winkt mir freundlich zu. Würde ich Standard-Autos wie einen Golf fahren, würde mir das nie passieren. Da ich aber immer exklusivere Autos fahre, kenne ich diese Winkerei schon. Ich winke freundlich zurück und gebe Gas. Plötzlich ein stechender Schmerz an der linken Wange. Im Augenwinkel sehe ich etwas sehr Großes auf meinem linken Kragen sitzen. Fahre gepanikt rechts heran und sehe eine Hummel an mir verenden. Sie hat den Zusammenprall bei 100 km/h etwas weniger gut überstanden als ich, krabbelt noch benommen unter meinen Sitz und ward nicht wieder gesehen. Ich fahre weiter. Im Radio erzählen sie einen Scheißdreck und spielen "po-po-po-po-pokerface"-Musik für Unter-5-Jährige. Was die wenigsten wissen: Radiomoderatoren sind meist selbstverliebte Wichtigtuer, die zu hässlich fürs Fernsehen sind. So gesehen muss man ihnen Vieles nachsehen. Komme an einen Kreisverkehr. Links von mir täuscht einer links an, um dann doch rechts raus zu fahren. Nachher wird es wieder andersherum sein. Ja, das ist schon toll, wenn man Autofahren KANN. Oder war das gar Absicht? Nun kann ich endlich fahren. Da, vor mir, mittlerweile mein Hassobjekt Nummer Eins: Wieder einmal Rennradfahrer, die meinen, sie wären schnell genug, um die schmale Straße anstatt des zehn Meter breiten Radwegs daneben benutzen zu können. Ich mache, was ich in einem solchen Fall immer mache: Den Radler so aggressiv wie möglich von der Straße hupen und verbal dezent darauf hinweisen, dass er doch bitte den Radweg benutzen möge. OK, in der Erregung fällt der Hinweis schon auch mal etwas weniger zimperlich aus. Meist ernte ich ein unverständiges "Ja, leck mich doch am Arsch!" Neulich hat ein Autofahrer so einen Amok-Radler mal ausgebremst und ihn hinten drauf fahren lassen. Dafür wäre mir aber mein Auto zu schade. Reicht schon, wenn vorne überall tote Mücken drauf sind. Wer weiß, wie mein Lack auf tote Radfahrer reagiert. Ne, das ist mir zu heiß. Ich beschließe, es bei dieser "mündlichen Verwarnung" zu belassen, wünsche ihm, dass sein Fahrrad unter ihm im nächsten Schachtdeckel hängen bleibt und setze meine Fahrt fort. Natürlich erst, nachdem ich ihn nochmals wild hupend überholt und ihm die Richtung des Radwegs gezeigt habe. Vielleicht hat er ja nur seinen Fahrradhelm zu tief heruntergezogen, sodass er den Radweg einfach nicht sehen kann. Häufig tritt das Arschloch-Radler-Syndrom, wie ich es hier einmal nennen möchte, auch plural auf. Da fahren dann gleich mehrere Fahrer nebeneinander auf der Straße statt auf dem Radweg. Meine Reaktion ist dann dieselbe. Nur der Bogen beim Überholen ist etwas größer. Komme nun am Bahnhof vorbei. Horden von abfahrbereiten Fußballfans sind gerade eingetroffen, und man kann mal wieder sehen, dass Stuttgarter Fans von allen die asozialsten sind. Hinterwäldler, für die alle Nicht-Badenwürttemberger "Fischköpfe" sind und die sich auch sonst sehr unverständlich ausdrücken, kommen zu einem Spiel ihrer Mannschaft hinter allen Höfen und Bäumen vor, setzen die Landeshauptstadt großer Peinlichkeit aus, schimpfen auf alles und jeden (auch politisch, nur um bei der nächsten Wahl wie seit hundert Jahren wieder CDU und FDP zu wählen, damit sich ja nichts an der schimpfenswerten Situation ändert) und kehren wieder zurück in ihre Provinzen. Ich schäme mich. Nachdem ich noch zirka zehn Schleichern hinterherschleichen muss, komme ich dann irgendwann endlich zuhause an. Dieses Mal musste ich immerhin nicht wieder kurz vor der Heimat noch anhalten, um das Dach zuzumachen, weil es auch im deutschen Sommer nunmal jeden Tag mindestens einmal regnet und mich mal wieder ein kurzfristiger Gewitterschauer überrascht. Ich bin bedient und müde. Autofahren hat mal Spaß gemacht.

25. 6. 2009 Homepage

Zahnarzt

Montagmorgen. 8:00 Uhr. Und als ob das nicht per se schon eine Unzeit wäre, habe ich auch noch einen Zahnarzttermin. Aber was will man machen?! Mindestens einmal im Jahr muss man schließlich hin. Ob man will oder nicht. Auch wenn der Zahnarzt ein furchtbarer Sadist ist. Natürlich findet er mal wieder etwas, das man "mal richten" sollte. Seither wollte er es immer "im Auge behalten", ich behielt es solange "im Mund". Nun blüht mir die Behandlung aber doch. Ich muss Termine für dieses teure und schmerzhafte Prozedere machen. Vier Stück. Schon das ist unangenehm. Wenige Tage später bekomme ich bereits den Kostenvoranschlag. Sende ihn an meine Krankenkasse weiter. Ich habe da eine ganz seltene: Die BKK ALPplus. Die kennt zu Recht keine Sau. Waren mal eine von den günstigsten, deshalb bin ich damals rein. Mittlerweile gibt's den wesentlich teureren Einheitsbeitrag - und ich bin mal richtig angeschissen.

Wundere mich nach zwei Wochen, dass der Wisch nicht zurück kommt. Muss ihn doch schließlich auch noch bei meiner privaten Zusatzversicherung vorlegen, und die bereits gemachten Termine rücken unaufhaltsam näher - wie das halt so ist mit unangenehmen Dingen. Nach dreieinhalb Wochen frage ich mal bei der BKK nach. Ich sage, ich hätte den Antrag doch gerne genehmigt zurück, solange ich noch Zähne habe. Und möglichst noch in diesem Jahrhundert. Eine Frau teilt mir verschämt am Telefon mit, sie hätte mich "vergessen", ich sei einfach "unter den Tisch gefallen". Aber sie mache sich sofort dran, das Ding zu bearbeiten, will es "heute noch rausschicken". Vielleicht nehme ich künftig keinen braunen Einheits-Briefumschlag, sondern einen knallbunten, der ganz bestimmt nicht "nicht auffällt". Tatsächlich kommt zwei Tage später der Antrag endlich zurück. Ich reiche ihn gleich noch bei meiner privaten Zusatzversicherung ein, der CSS in Liechtenstein. Leider tut sich dann auch da nichts mehr. Mittlerweile ist der erste Termin da - wie erwartet eine fast zweistündige Tortur aus Abdruck-Machen, Schleifen, Abdruck-Machen, Bohren, Abdruck-Machen, Vermessen, Abdruck-Machen und Abdruck-Machen. Wer die Kosten letztlich trägt, ist natürlich immer noch unklar. Mir tut die Fresse weh und ich habe ein Provisorium drin.

13. 5. 2009 Homepage

Waffen für alle

OK, vielleicht bin ich als absoluter Pazifist, für den es auf der ganzen Welt keine einzige Waffe geben müsste, ein bisschen zu wenig objektiv in dieser Sache. Und wenn es Menschen gibt, die das Herumballern als Sport verstehen, kann ich das zwar auch nicht nachvollziehen, aber sollen sie ruhig machen. Es gibt ja schließlich auch eine olympische Sportart namens Biathlon. Schießen und Wegrennen - da sind die Deutschen historisch gesehen immer besonders gut gewesen. Jetzt aber, nach dem Amoklauf an einer winnender Schule, schießen plötzlich die Waffenfetischisten aus der Hecke. In Magazinen wie "Der Waffenschieber", "Mein Kampf" oder "Erschießt alle" erscheinen Leserbriefe wie: "Wir lassen uns nicht zum Sündenbock stempeln. Waffen für alle. Wären all die Kinder bewaffnet gewesen, hätten sie sich wehren können und es wäre nicht so viel passiert." Genau. Und hätten solche Leser Hirn, dann würden sie nicht einen solchen Mist verzapfen. Schon Charlton Heston von der mächtigen amerikanischen Waffenlobby hat den berühmten Satz geprägt: "Nur aus meinen kalten toten Händen." Letztlich hat das ja geklappt. Gut, jetzt muss man sagen, auch bei uns Alten, damals, gab es schon Schießstände auf Jahrmärkten, auch bei uns gab es Spielzeugpistolen. Wir hatten "Castle Wolfenstein" und "Doom" als erste Egoshooter. Es gab sogar Patches, um "Doom" kindgerecht in ein "Kinder-Doom" zu verwandeln, wo man dann auf Clowns und bunte Luftballons schießen konnte. Natürlich hat das die meisten von uns nicht zu Amokschützen gemacht. Mittlerweile aber, wo der Waffenhandel zum weltweit größten und lukrativsten Markt geworden ist, wäre es schon töricht anzunehmen, dass man das verhindern kann: Waffen in den Händen von faschistischen Waffennarren, die sich an der Macht, die eine solche Waffe in der Hand verleiht, aufgeilen, weil sie im normalen Leben ganz devote armselige Würste sind. Dann fühlen sie sich wie John Wayne. Wie in Hollywood.

Ein Hollywoodfilm hat sich ja übrigens vor einigen Jahren dem Thema "Hochzeitscrasher" gewidmet - ein Film über zwei Schmarotzer, die sich auf fremden Hochzeiten durchfressen und -vögeln. Ein privater Fernsehsender in Deutschland hat dies nun aufgegriffen und mit drei eigentlich guten Comedians ein in dieser Heftigkeit überraschend dümmliches Fernsehformat daraus gemacht, das ja ach so lustig ist. Und das Tolle daran: Die Verarschten begreifen das meist auch hinterher gar nicht. Hochzeitsgäste jenseits der 50 denken doch, mit einem Hochzeitscrasher könnte man Fische fangen. Wer sowas ankuckt, ist selbst schuld. Und überhaupt: Die wahren Hochzeitscrasher sind doch wohl die Türken, die vor Kurzem eine Hochzeit in einem kurdischen Dorf im Südosten der Türkei überfielen und 44 Menschen umbrachten. Das kann auch eine sonst eigentlich so gute Fernsehanstalt nicht überbieten. Und auch bei dem türkischen Zwischenfall zeigt sich, wofür großzügiges Waffenverteilen an die Bevölkerung gut ist: Mann kann die Überbevölkerung etwas abbauen. Und das ist auch in Winnenden passiert, weil ein Vater seinem Sohn beigebracht hat, wie toll doch eine Waffe ist, wie man damit schießt und wo man eine findet, wenn man eine braucht.

1. 4. 2009 Homepage

Was schuld an der Konjunkturflaute ist

Eigentlich bin ich ja nicht so der Computerspieler. Erstens fehlt mir dafür die Zeit und zweitens der Ehrgeiz. Einmal will ich eine Ausnahme machen und mir FIFA09 kaufen. Ich sehe das Spiel neu zum "Sofortkauf" auf Ebay für nicht einmal die Hälfte des eigentlichen Neupreises. Natürlich schlage ich gleich zu. Leider lese ich erst wieder hinterher das Kleingedruckte. Ein Anbieter aus Thailand. Hmm ... hoffentlich ist das keine illegale Kopie, die dann der Zoll konfisziert. Sonst kann ich unter Umständen lange warten. Die Realität bestätigt mal wieder meine schlimmsten Vermutungen, und nach drei Wochen mache ich dem Verkäufer Druck. Ich möchte meine bezahlte Ware endlich haben! Er vertröstet mich mit "Kommt schon noch" und "Weiß auch nicht, warum das diesmal so lange dauert, kommt nächste Woche ganz bestimmt". Irgendwann glaube ich nicht mehr daran und stelle Antrag auf Käuferschutz. Zum Glück geht das, habe per Paypal bezahlt. Nach einer weiteren, gesetzlich vorgeschriebenen Frist bekomme ich mein Geld zurück. Der Anbieter ist mittlerweile nicht mehr in Ebay zu finden. Ich versuche es beim nächsten. Eine gebrauchte Version für nur wenig mehr als die zuletzt ersteigerte und dann doch nicht bekommene DVD. Nach zwei Wochen bekomme ich das Spiel diesmal tatsächlich. Ich installiere das Spiel eine Stunde lang und stelle dann fest, dass meine Grafikkarte das Ganze gar nicht packt. Muss also noch eine stärkere Grafikkarte kaufen. Brauche AGP für meinen alten Aldi-Rechner - das ist schwierig, gibt's heute kaum noch. Ersteigere eine Gebrauchte bei einem Anbieter auf dem Amazon-Marketplace. Ware kommt nicht. Nach zwei Wochen frage ich nach, wann ich denn damit rechnen kann. Antwort: "Schon verschickt". Warte eine weitere Woche umsonst. Der Ton wird schärfer: "Ich möcht's ham, sonst Anwalt." Antwort: "Ich bin vertraglich an nichts gebunden, weil privater Verkäufer - selbst schuld, wenn Artikel nicht kommt oder kaputt geliefert wird." Klugscheiße etwas herum und erkläre ihm das deutsche Vertragsrecht. Er sieht es ein. Bekomme Ware dann doch. Mittlerweile sind drei Monate vergangen, und es gibt wahrscheinlich schon bald wieder FIFA10. Das ist der Markt in Deutschland. Irgendwo muss die Konjunkturflaute ja herkommen.

Und als hätte ich noch nicht genug üble Erfahrungen beim Einkaufen gemacht, kaufe ich mir jetzt noch ein neues Auto. Das alte gibt nämlich nach neun zuverlässigen Jahren langsam aber sicher den Löffel ab. Ich suche mir ein schönes heraus und muss dann leider feststellen, dass der Großhändler das Auto doppelt verkauft hat. Dank meines direkten Autohändlers, der kratzt und beißt, bekomme ICH den Zuschlag für das Auto und nicht der andere - allerdings verzögert sich das Ganze dadurch wieder etwas, weil der Fahrzeugbrief schon bei demjenigen ist, der das Auto NICHT bekommt. Eine Woche später habe ich das Cabrio und weiß eigentlich gar nicht warum. In Deutschland braucht man ja eher einen Schneepflug oder ein Amphibienfahrzeug als ein Cabrio. Mal sehen, wie oft man das Dach dieses Jahr überhaupt aufmachen kann. Vielleicht tausch ich's auch noch gegen was Kälte- und Regenfesteres aus.

3. 3. 2009 Homepage

Warum nicht ich?

Neulich habe ich mich bei "Deutschland sucht den Superstar" beworben. Wollte endlich mal reich und berühmt werden. Für ein Jahr oder so. Bis man mich dann wieder fallen lässt. Wollte mir die Chance eröffnen, mal im "Dschungelcamp" als C-Promi mitmachen zu dürfen. Man hat mich aber nicht genommen. Ich frage mich, warum ...

1. 2. 2009 Homepage

Zicke!

Nun ist sie also wieder vorbei, die vierte Staffel des RTL-Dschungelcamps "Ich bin ein Star, holt mich hier raus". Schon zu Beginn bemühte sich der Privatsender Exklusivität zu heucheln, indem das "seit einem Jahr verlassene und zugewucherte Camp" erst einmal wieder "saubergemacht" wurde. Dass das künstlich angelegte Camp - eigentlich eine ehemalige Farm nahe Brisbane - ganzjährig ausgebucht ist, weil auch andere Nationen dort ihre Ekelprüfungen durchführen und praktisch der nächste Sender bereits wartet - reden wir nicht drüber. Genauso wenig wie über das Salär, das die Kandidaten für ihre Teilnahme bekommen: 50.000 bis 60.000 Euro sollen es sein. Allein fürs Mitmachen. Aber bei diesen guten Quoten und den Call-in-Einnahmen ist das ja nicht viel Geld.

Sonja Zietlow und Dirk Bach, die gewohnt zynischen und schlagfertigen Präsentatoren, glänzten dieses Mal - untermalt von meist wirklich guter und treffender Musik - mit besonderem Sprachwitz. Anders wären die guten Quoten bei diesen Schnarchzapfen-Kandidaten auch nicht herauszuholen gewesen: Der Quoten-Schwule (bislang Daniel Küblböck, Ross Antony) war dieses Mal eine Transe - Lorielle ("Lorenzo") London, der Quoten-Ex-Pornostar (bislang Dolly Buster, Michaela Schaffrath) war Peter Bond, die Quoten-Zicke (diesmal besonders unerträglich) war nach Caroline Beil, Desirée Nick und Julia Biedermann diesmal Giulia Siegel, der Quoten-Faulpelz (seither Werner Böhm, Jimmy Hartwig, Björn-Hergen Schimpf) war Günther Kaufmann, der Quoten-Ausländer nach Costa Cordalis, Isabell Edvardsson, Ross Antony und Heydi Nunez Gomez nun die Österreicherin Christina "Mausi" Lugner, der Quoten-Sportler (bisher Carlo Thränhardt, Eike Immel und nochmal Jimmy Hartwig) ist Norbert Schramm gewesen, der Quoten-Senior nach Harry Wjinvoord und Bata Illic nun Ingrid van Bergen - dazu noch Moderatorin Gundis Zámbó und für die Mädels Michael Meziani und Nico Schwanz (der Ossi mit dem "lustigen Hinternamen"). Im Vergleich zum letzten Jahr mit dem quirligen Ross Antony, dem ständig etwas Lustiges einfiel, war's diesmal ziemlich öde im Camp. Wenigstens gab's durch Giulia Siegel ein bisschen Zoff. Die kettenrauchende Phobien-Queen mit den Rückenschmerzen entdeckte im Dschungel, dass sie sämtliche Phobien hat, die es gibt. Außerdem wurde sie ganz plötzlich zur Halb-Vegetarierin und zickte auch sonst recht auffällig herum. Die Rückenprobleme hatte sie sich wohl kurz vorher bei ihrem Playboy-Shooting (ja, auch das hatten wir ja schonmal) geholt, wo sie sich allerdings noch grandios verbiegen konnte. Um einer Herauswahl durch die Zuschauer zuvorzukommen, schied sie letztlich wegen "großer Schmerzen" lieber selbst aus.

Ingrid van Bergen gewann die vierte Staffel letztlich überraschend, obwohl das Camp für sie - die ja selten so wirklich eine Dschungelprüfung machen musste/durfte - eher ein Campingurlaub war. Wenn sie allerdings mal etwas machen durfte, kannte sie für die Gemeinschaft auch keine Ekel-Grenzen und war tough. Zusätzlich brachte ihr der überlegene verbale Zweikampf mit Giulia Siegel wohl einen großen Sympathieschub. Immerhin war der Aufenthalt im Dschungel für sie doch schöner als die vielen Jahre im Knast davor. Überhaupt - mit Günther Kaufmann und Ingrid van Bergen waren gleich zwei ehemalige Knastbrüder bzw. -schwestern im Camp. Hätte man Martin Semmelrogge und René Weller noch mit eingeladen, es hätten gut und gerne 100 Jahre Zuchthaus am Lagerfeuer sitzen können. Norbert Schramm, schon in der Titel-MAZ mit seinen Schlittschuhen ein absoluter Fremdkörper, konnte auch sonst nur durch eine beschissene Frisur und eine herabgelassene Hose auffallen. Unvermeidlich war am Schluss leider wieder die diesmal zusammen mit den völlig unbekannten "Zipfelbuben" eingesungene Dschungel-CD "Hier im Dschungel" (eine Adaption von Village People's "In the Navy") - wie immer furchtbar doof. Eigentlich unerklärlich, dass man das Ganze trotzdem immer wieder mit Begeisterung verfolgt.

20. 1. 2009 Homepage

Sport ist Mord - eben doch!

Ungefähr zwei Jahre oder noch länger habe ich jetzt hinter mich gebracht, ohne auch nur einmal erkältet zu sein. Für einen, der als Kind in den Antibiotika-Topf gefallen ist und lange Zeit ohne das Zeug überhaupt nicht gesund wurde, eine starke Leistung. Und "ausgerechnet jetzt" fange ich mal wieder zu husten an. Mensch, ist das doof. Dabei wollte ich doch Rekorde im Gesundsein brechen. Und was für ein Husten das ist! Ich mache nachts kein Auge zu, weil ich keine zwanzig Sekunden unhustend bin. Vorsichtshalber öle ich auch gleich die Nase von innen und creme sie von außen ein. Wenn man jetzt noch viel schnäuzt, sieht man sonst gleich wieder aus, als hätte man unter der Brücke geschlafen. Oder wie Rudolph, das rotnasige Rentier. Ich versuche zu schlafen. Einfach scheiße, dieser Husten. Es ist ein Uhr nachts, zwei Uhr, drei Uhr. Jetzt bringts dann bald auch nix mehr einzuschlafen. Muss ich doch eh bald aufstehen. Bei einem starken Hustenanfall - ich frage mich, ob deswegen sonst noch jemand im Haus nicht schlafen kann - ist die Nase wieder voll. Ich stehe wieder auf, schnäuze, öle die Nase von innen und creme sie von außen ein. Das werde ich noch einige Male in dieser Nacht machen. Bis ich die "Schnauze voll" habe.

So, jetzt ist die Nacht rum, ohne dass ich geschlafen hätte. Ich schleppe mich zur Arbeit, aber es hat keinen Sinn. Deswegen lasse ich mich alsbald krankschreiben. Die nächsten Nächte sind exakte Kopien der vorigen schlaflosen Nacht. Ich huste mich durch die Stunden, durch die Tage, durch die Nächte. Dabei hatte ich schon ab dem ersten Tag Hustenlöser geschluckt. Wird einfach nix. Nach fast einer Woche ohne Schlaf gehe ich doch noch zum Arzt. So langsam sehe ich schlimmer aus als Rudi Carrell, bevor er gestorben ist. Der Arzt stellt fest: Bronchien frei, keine Erkältung. Kehlkopfentzündung. Ich soll den Hals warmhalten, mal eine Weile die Klappe halten und viel inhalieren. Zusätzlich bekomme ich einen Hustenstiller. Schmeckt wie ein Brechmittel. Schlucke zwei Flaschen, bis der scheiß Husten nach Wochen endlich besser wird. Und wo hab ich nun die blöde Kehlkopfentzündung her? Ich meine, ich rede nicht so viel - und singen tu ich eigentlich auch nicht übermäßig. Wer will das auch hören? Da fällt mir ein: Klar, das abendliche Joggen nach der Arbeit, das mir beim letzten Kreislaufkollaps verordnet wurde. Daran liegts. Na toll. Bei dieser kalten Witterung hat mir das Gejogge jetzt also nur einen furchtbaren Husten und schlaflose Nächte eingebracht. Sport ist eben irgendwie doch Mord.

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