5. 3. 2019 Homepage

Casting

Kaum ist er vorüber, der Dschungelcamp-Spaß, da werden schon die nächsten Teilnehmer generiert - in vielen Reality- und Casting-Formaten der wichtigen und weniger wichtigen Privatsender. Vom altbelangweilenden DSDS über den Bachelor, Bachelor in Paradise, Bachelor im Scheißhaus, Bachelor im Puff, Sommerhaus der Idioten, Naked Attraction, Bauer sucht Frau, Mutter sucht Schwiegersohn, Zuschauer sucht Qualität - bis hin zum Next Supermodel … the list goes on and on. Gibt es eigentlich auch schon Germanys Next Curvy Model? Also sowas Ähnliches wie der Biggest Loser? Da heißt es dann: „Ich habe heute leider keine Schokolade für dich.“ Zum Glück gibt es keinen Schau-Zwang, auch wenn ich dann im nächsten Dschungelcamp wieder alle Teilnehmer erstmal kennenlernen muss. Was macht eigentlich Evelyn? Lange nix gehört.
Und dann auch noch der Karneval, mir bleibt auch gar nichts erspart. Jedes Jahr der gleiche Scheiß. Zwar haben diverse Stürme die Jecken ein bisschen getriezt, ausgefallen ist aber leider nichts. Und auf die spätwinterlichen Regenfluten ist auch kein Verlass mehr.

 

29. 1. 2019 Homepage

Mogelpackungen oder echt?

Endlich wieder Dschungelcamp. Schade, dass RTL wieder keine prominenten Teilnehmer gefunden hat. Man hat sich aber ein paar neue Dinge einfallen lassen: 100.000 Euro Siegprämie, Thorsten Legath als dritte Hand neben Sonja Zietlow und Daniel Hartwich, leichtere Prüfungen mit weniger strengen Regeln und ein Tagschlafverbot für die Camper zum Beispiel. Rekorde wurden dann auch gebrochen: So ging keiner vorzeitig freiwillig und die Rekordzahl von 8 Prüfungen am Stück wurde überschritten. Harmonie im Camp war ebenfalls nicht angesagt, sodass erstens von außen nicht geschürt werden musste und zweitens mehr Sendematerial zur Verfügung stand, nämlich im Schnitt statt täglich einer Stunde, wie im letzten Jahr, sogar bis zu zwei. Nur eines wird immer deutlicher: Es ist kaum noch auszumachen, ob der eine oder andere nicht doch nur eine zuvor abgesprochene Rolle spielt. Das wird vermutlich auch in Zukunft immer mehr zum Problem werden.
Domenico de Cicco hatte Bachelor-Erfahrungen gesammelt, das machte ihn natürlich spielend zum Promi im Dschungelcamp. Mit italienischer Verführermentalität ("Isch lieb disch voll, isch schwör") wollte er sich neben Freundin und Kind zu Hause offenbar gerne noch andere Möglichkeiten offen halten, auch bei Ex-Zwischendurchfreundin Evelyn, die ebenfalls im Camp wohnte. Dabei musste der eitle Pfau noch aufpassen, dass ihm beim stetigen In-die-Kameras-Blicken nicht das Toupet vom Kopf rutschte, welches er vermutlich trug. Die Zuschauer hatten ihn ziemlich schnell satt und warfen ihn durch Nichtbeachtung gleich als ersten Teilnehmer hinaus.
Sibylle Rauch war einst eine begehrte Schauspielerin ("Eis am Stil" und der eine oder andere Porno). Aber das ist schon sehr sehr sehr sehr lange her. Heute ist sie eine dürre, debile alte Oma mit großen künstlichen Brüsten. Eine, die aus allen Wolken fällt, wenn man ihr das große Kultstar-Sein abspricht. Großartig aus der Menge heraus aufgefallen war sie auch nicht. Konsequenz: der zweite Abgang.
Tommi Piper kennt man hauptsächlich als die Stimme von „Alf“. Er ist Synchronsprecher und Schauspieler, soll wohl auch mal gesungen haben. Heute ist er nicht mehr so begehrt, weshalb er nun auch im Dschungelcamp gelandet ist. Als „geiler, alter Bock“, der ohne Hose um die jungen Dinger im Camp herumschwänzelt, fiel er genauso auf wie als unendlicher Labersack oder als sturer misslauniger Tattergreis, der Sibylle Rauch disste. Er war unterhaltsam, bekam seine Sendezeit … aber am Ende musste er zur allgemeinen Überraschung doch schon als Drittes gehen.
Endlich endlich endlich! Am Tag 11 war es für die einstige „Next Topmodel“-Kandidatin Gisele Oppermann soweit. Raus raus raus! Seit Angelina Heger, die mittlerweile zu Recht keiner mehr kennt, war keiner mehr so deplatziert im Dschungelcamp. Oppermann vereinte äußere Hässlichkeit mit einer widerlichen Nölstimme, einer Lache zum Aufs-Maul-Hauen, völlig asozialem Verhalten, Angst vor allem - auch vor Nachtfaltern - und Dauer-Geflenne. Für Kenner des Formats war schon von Anfang an klar, dass sie in diesem Jahr diejenige sein wird, die von den Zuschauern in der ersten Woche in sämtliche Prüfungen gewählt wird. Was dann auch zu dem Rekord von 9 Prüfungen am Stück führte, von denen sie allerdings die meisten nicht angetreten, abgebrochen oder sonstwie verkackt hat. Und das war ihr dann noch nicht mal peinlich. Sie kam ins Camp zurück: „Heute gibt es Model-Esseeen. Null Steeeeerneeee.“ Zum Glück gab es ein relativ frühes Aus für sie, nicht auszuhalten.
Tag 12. Scheiße! Leila Lowfire musste gehen. Zusammen mit einer Freundin (die Dritte im Bunde wurde bereits weggemobbt, was ein juristisches Nachspiel zur Folge hatte) einen schlüpfrigen aber lauen Podcast zu betreiben, macht sie nach eigener Auffassung offenbar zur „Sexpertin“. Sie nahm vor dem Einzug ins Camp den Mund mal wieder voll - diesmal wohl mit der Ankündigung, nicht ohne Sex sein zu können, und so erwartete man von ihr, im Camp welchen zu haben. Dort tauchte sie allerdings völlig unter und fand eine Woche lang praktisch überhaupt nicht statt. Den Zuschauern wurde das dann doch zu langweilig, es riefen für sie zu wenige Menschen an. Man merkte ihr aber auch an, dass sie sich nicht besonders wohlfühlt und gegen einen Rausschmiss nichts einzuwenden hat. Schade nur, weil sie ein Hinkucker war. Auch ungeschminkt schön anzusehen und vor allem - ganz entgegen dem sonstigen Trend im Dschungelcamp - ist an ihr wohl alles echt. Bleibt zu hoffen, dass sie noch einen richtigen Beruf erlernt und ausübt, bevor man sie nicht mehr ankucken kann.
Am Tag 13 traf es Doreen Dietel. Die Schauspielerin blieb bis auf ihre tränenreiche Liebeserklärung an den vergraulten Gatten recht blass. Ihre wenigen Prüfungen machte sie ganz gut. Für mehr als den siebten Platz reichte es freilich nicht.
Novum am Tag 14 in der 201. Sendung der 13. Staffel: Wegen eines angeblichen Computerproblems gab es kein rechtzeitiges Abstimmungsergebnis. Keiner flog. Dafür am nächsten Tag zwei. Eigentlich ja sogar drei, weil am letzten Tag ja nur drei Camper im Finale stehen dürfen, es kurz vorher aber noch sechs waren. Das nachträgliche Aus von Tag 14 traf dann zunächst den selbsternannten Currywurst-King Chris Töpperwien. Seine Teilnahme an der Sendung "Goodbye Deutschland" hat ihn angeblich zum Currywurst-König der USA gemacht. In Wirklichkeit kennt ihn da aber keiner und es gibt dort wohl auch keinen Currywurst-Verkauf von ihm. Sein Kleinkrieg mit Mitcamper Yotta und gelegentliche Zickigkeit brachten immerhin Unterhaltung.
Am letzten Tag vor dem Finale mussten dann gleich zwei gehen: Zum einen Bastian Yotta. In diversen Reality-Formaten wohl schon teilgenommen, trat er als selbsternannter Motivations-Gott mit eigener Bibel in den Vordergrund. Seine von erfolgreicheren Motivationskünstlern geklauten Sprüche ("I'm strong, I'm healthy and full of energy") und sein Kleinkrieg mit Chris Töpperwien hatten Unterhaltungswert, nervten aber auch - so reichte es nicht bis ins Finale. Das tat es auch nicht für die erfolgreiche Bob-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis. In der ersten Woche blieb sie noch komplett blass, in der zweiten kam auch nicht so viel. Dann traf sie in einer Schatzsuche, in der es erstmals möglich war, seine Begleitperson im Dschungel zu treffen, auf ihre Freundin und Ex-Camperin Indira Weis, die ihr mitteilte, sie solle etwas aus ihrem Leben erzählen, wenn sie Chancen haben will. Dies tat Sandra dann zurück im Lager auch prompt mit der tränenreichen Enthüllung ihrer einstigen Fehlgeburt. Zu Durchsichtig, zu bemüht. Raus.
Im großen Finale standen also bezeichnenderweise drei, die nie durch Lästereien aufgefallen sind. Der dritte Platz ging an den 74-jährigen Schlagersänger Peter Orloff, der sich für sein Alter noch ziemlich fit zeigte. Er hatte stets die Ruhe weg und war immer positiv und galant. Am Ende votierten die meist jüngeren Anrufer aber doch für die jüngeren "Stars". Zum Beispiel für Felix van Deventer. Der GZSZ-Schauspieler hatte eben seine Fanbase. Da machte es nichts aus, dass er in der ersten Woche überhaupt nicht auffiel und danach auch nur wegen seinem Geheule, dass er ja jetzt Vater wird und das sei alles so toll und übrhaupt. Es reichte am Ende nur für Platz zwei. Denn die Dschungelkönigin konnte von Anfang an nur Evelyn Burdecki heißen. Die 30-Jährige, die zuvor schon recht erfolglos in verschiedenen anderen Bachelor&Co.-Formaten teilgenommen hatte, wusste schon ganz gut, wie sie als süßes, blondes Dummchen, die sich naiv wie eine 15-Jährige durchs Leben trottelt, den Beschützerinstinkt weckt und die Herzen für sich gewinnt. So blöd wie sie tut ist sie wahrscheinlich nicht. Natürlich sah sie auch schnuckelig aus. Am Ende zeigten sich aber alle Teilnehmer bis auf Peter Orloff (spendete einen Teil seiner Einnahmen) als miserable Verlierer, während Evelyn versprach, von ihrem 100.000-Euro-Gewinn unter anderem in einer armen Gegend im Ausland einen Brunnen zu bauen. Das kam an. Da hatte man den kindischen Liebeskrieg der ersten Woche mit ihrem Exfreund "Toupenico" längst vergessen. Dieser Rosenkrieg hatte sowieso eher dem Italiener geschadet. Am Ende war Evelyn die Unterhaltsamste von allen und hat wohl verdient die Krone bekommen.
Was einen traurig zurücklässt, ist die Tatsache, dass für die jüngeren Möchtegern-Stars das Wichtigste im Leben viele Likes und viele Instagram-Follower sind. Das war immer eine der ersten Fragen bei Kontakt mit der Außenwelt. Sehr schade, wohin diese Entwicklung geht. Ein positiver Gag war Thorsten Legat als Dauer-Sidekick der Moderation und Dschungelprüfungs-Coach. Gerne mehr davon. Aber obwohl die Teilnehmer so unterhaltsam waren wie lange nicht, musste RTL die zweitschwächste Zuschauerquote aller Zeiten vermelden. Übrigens, liebes RTL: Nach allen zehn Sendeminuten ganze ACHT Minuten Werbung zu bringen, dürfte noch ein Fall für die Gerichte werden. Und wer noch die tolle Sendung "Die Stunde danach" auf RTLplus mit der bezaubernden Angela Finger-Erben sehen wollte, kam regelmäßig weit in die Nacht hinein und war zwei Wochen lang völlig übernächtigt. Mein Anwalt meldet sich.

 
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