31. 1. 2020 Homepage

Gähn!

Was war das für ein Aufschrei: „Wenn in Australien der Wald brennt, macht ihr euer dämliches Dschungelcamp!“. Nun ja, da die Planung schon fertig war und (vor allem australische) Arbeitsplätze von der Produktion abhängen, entschied man sich bei RTL für eine Durchführung light: mit Gaskocher statt Lagerfeuer, zumindest in der ersten Woche, bevor der große Regen kam. Zusätzlich rief man täglich zu Spenden auf. Ich denke, da kann man nicht meckern.

Aber was war das dann für ein Langweiler-Camp? Die ödesten Teilnehmer seit der Maren-Gilzer-Staffel. Eigentlich konnte sich keiner leiden, man schwieg sich meist an, langweilte sich. Und der Zuschauer langweilte sich gleich mit. So lassen sich die sinkenden Quoten nicht aufhalten.

Was hat sich RTL zum Beispiel bei der Teilnahme von Günther Krause gedacht? Ein krimineller Ex-Verkehrsminister (da würde auch der aktuelle gut reinpassen), der ständig betont, er sei ein guter Freund von Angela Merkel. Kann ich mir nicht vorstellen, dass sie das auch so sieht. Im letzten Jahr wurde seine geplante Teilnahme wieder abgesagt, vermutlich aus gesundheitlichen Gründen. Diesmal war er nun dabei und wurde als einziger bis hinein in den Dschungel (oder wie er sagt: „Schungel“) gekarrt. Er wurde schon im Vorfeld für jegliche Prüfung „aus gesundheitlichen Gründen“ gesperrt. Sollte er etwa zwei Wochen herumliegen oder wie war das vorgesehen? Schon am zweiten Tag hat sich diese Farce glücklicherweise von alleine erledigt - er musste „aus gesundheitlichen Gründen“ das Camp schon wieder verlassen, kehrte gleich heim und war dann beim Abschlusstreffen im Baumhaus längst weg.

Am Tag 8 musste dann Waschlappen Marco Cerullo als erster Camper regulär gehen. Bei „Bachelor in Paradise“ noch der große Zampano, heulte er im Dschungel nur rum, weil seine Freundin draußen sein Handy hatte, und da könnte ja etwas kompromittierendes zu finden sein. Also raus mit der Heulboje.

Tag 9 war Schluss für Toni Trips. Toni wer? Wer ist der Kerl? In Wahrheit ist der Camp-Troll kein Kerl sondern ein junges Mädchen, das einmal bei DSDS mitgemacht hat. Sie fiel außer durch ihre vielen Tätowierungen und Piercings im Prinzip so gut wie nicht auf, das geht nicht lange gut.

Am zehnten Tag musste keiner gehen, weil ja mit Günther Krause schon einer vorzeitig raus war. Natürlich wurde das aber nicht im Vorfeld kommuniziert. Man ließ die Zuschauer trotzdem anrufen und zog auch die „Verkündung“ durch. Allerdings wurde immer betont: „Wer hat heute wohl die wenigsten Stimmen?“ und nicht „Wer muss heute das Camp verlassen?“. Wer gut zuhörte, hatte den Braten längst gerochen.

Am Tag 11 war die Reise für die Schauspielerin Sonja Kirchberger zu Ende. Schade eigentlich, sie konnte man schließlich als eine der wenigen Insassen wirklich als „prominent“ bezeichnen. Sie trug das Herz auf der Zunge. Anstatt ihren Unterhaltungswert zu schätzen, bekam sie aber nicht genug Stimmen von den Zuschauern. Das Camp sollte eben scheinbar noch ein bisschen langweiliger werden. Hat geklappt.

Anastasiya Avilova hat wohl einmal in einem Format namens „Temptation Island“ teilgenommen. Sie fing, sobald eine Kamera direkt auf sie gerichtet war, tischewitschgleich automatisch zu posen an. Auch wenn sie was für’s Auge war - am zwölften Tag war für sie das Camping zu Ende. Zu langweilig, zu unecht, zu etepetete.

Von der Noch-Ehefrau des pädophilengleichen Wendlers, Claudia Norberg, hatte sich RTL wahrscheinlich viel schmutzige Wäsche versprochen. Stattdessen hatte sie kein einziges kritisches Wort zu der ganzen Misere parat. Wer 30 Jahre mit dem Wendler hinter sich hat, den können die Entbehrungen des Dschungelcamps wohl nicht mehr schocken - sie passte sich an und fiel kaum auf, was das Aus am dreizehnten Tag nicht zur Überraschung machte.

Die Krawallhexe aus dem „Sommerhaus der Stars“, Elena Miras, wollte sich zu meinem großen Schrecken die Teilnahme am Dschungelcamp nicht nehmen lassen. Hier zeigte sie aber plötzlich eine ganz andere Seite von sich: ruhig und ausgeglichen. Man fand sie plötzlich fast schon sympathisch. Offenbar wollte sie sich am Anfang ein bisschen zusammenreißen. Leider hat das nur eine Woche lang funktioniert, dann wurde sie doch noch so ein großes bisschen zur respektlosen Ghetto-Zicke. Weil’s die Zuschauer in diesem Jahr wie gesagt lieber öde haben wollten, musste Elena schon am Tag 14 gehen. Und obwohl bis dato nur die Frauen präsent waren und die Männer im Hintergrund blieben, war jetzt plötzlich nur noch eine einzige Frau im Camp. Schon verwunderlich. Elena Miras wollte „die große Bombe platzen“ lassen, mit Insider-Informationen, die den Wendler gut und seine Noch-Ehefrau nicht so gut dastehen lassen soll - gekommen ist nichts, war eine Luftnummer.

Schauspieler Raúl Richter hat offenbar noch viele weibliche Fans aus seiner Zeit bei GZSZ, die kräftig für ihn anriefen. Anders ist es nicht zu erklären, wie so ein Langweiler, der gleich nach Ankunft im Camp untergetaucht war und die wenigen Prüfungen, an denen er beteiligt war, meist kläglich verhauen hat, so weit kommt. Es reichte am Schluss für den 5. Platz.

Platz 4 ging an Markus Reinecke, den „Superhändler“ aus dem Reality-TV. Seine flotten Sprüchen und seine coole Unterhaltsamkeit wurden leider durch diverse frauenfeindliche Sprüche konterkariert - so reichte es nicht mehr ins Finale.

Dritter Platz: Ja, was soll ich sagen?! Eigentlich fehlen mir die Worte. Dafür, dass Berufswitwe und „Goodbye Deutschland“-Auswanderin Danni Büchner es bis ins Finale geschafft hat, hasse ich die Zuschauer irgendwie. Sie hat schon zwei Männer unter die Erde gebracht, und man bekam langsam eine Ahnung, wie. Ständig negativ, ständig nörgelnd ging sie den anderen Campern und auch den Zuschauern auf den Sack. Letzteres dachte ich zumindest, weil sie diejenige war, die ständig zur Prüfung musste - insgesamt 12 Stück bedeuten einen neuen Rekord - und, zumindest wenn sie dort alleine war, auch komplett verkackte. Haben andere auch nicht viele Sterne gemacht, lächelte sie süffisant ins Dschungeltelefon, sie hätte das besser gekonnt. Ja, eben nicht! Ihre meist verwendeten Worte: „Ich muss dort schlafen, da hat mein Mann auch geschlafen.“, „Ich hab’s meinem Mann am Sterbebett versprochen.“, „Mein Mann, mein Mann, mein Mann“, „Meine Kinder, meine Kinder, meine Kinder“, „Ich, ich, ich, ich, ich.“ Es war nicht auszuhalten. Ich musste sie aber ertragen bis zur letzten Sendung. Wie gemein!

Sven ("Zwen") Ottke, der Ex-Boxweltmeister, war im Camp, um das erspielte Geld für einen guten Zweck zu spenden. Wie im letzten Jahr bei Peter Orloff hat das aber auch in diesem Jahr nicht zum Sieg gereicht. Immerhin, mit seiner ruhigen Art und dem einen oder anderen Spruch landete er auf dem zweiten Platz.

Große Chancen auf den Sieg haben bei diesem Format meist die Mitleid erregenden Außenseiter. Jungfrauen, Unbeliebte, zu Weilen auch etwas Minderbemittelte. Wir hatten das schon mit Peer Kusmagk, Joey Heindle und Menderes Bagci. In diesem Jahr profitierte der DSDS-Sieger Prince Damien von dieser Tradition. Zu Hause einsam, genoss er die Camper-Gesellschaft sichtlich und wäre am liebsten im australischen Dschungel geblieben. Zumindest durfte er dort bis zuletzt ausharren - und es gibt wohl keinen, der ihm den Sieg nicht gönnte. Die Ranger waren am Schluss wahrscheinlich froh über seinen Auszug. Hatte er sie doch unentwegt angeflirtet.

Insgesamt wurde ein Minusrekord an gewonnenen Sternen erreicht. Auch das nicht gerade ein Qualitätsnachweis für die Teilnehmer dieser vierzehnten Staffel. Der Dauer-Sidekick Thorsten Legat hat sich dagegen nachhaltig als Aufwertung erwiesen. Das größte Problem dieses Formats ist aber mittlerweile wohl die Vorhersehbarkeit. Die Kandidaten wissen genau, was sie wann erwartet, und können aufgrund dessen taktieren. Sie wussten sogar, dass „morgen die Briefe kommen“ und wann die beste Zeit für traurige Geschichten am Dschungeltelefon war. Hier fehlt vielleicht ein völlig neues Konzept, welches die Show unberechenbarer macht.

 
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