29. 4. 2021 Homepage

Querdenker

Auch nach über einem Jahr hat Corona die Welt noch immer fest im Griff. Nun ist es ja verständlich, dass die von der Regierung gefassten Maßnahmen nicht jedem in den Kram passen, aber was diese "Querdenker"-Bewegung da fabriziert - da muss man sich ernsthaft fragen, warum wir denn geschlossene psychiatrische Einrichtungen haben, wenn wir sie nicht nutzen.
Die Querdenker - das sind Coronaleugner, Reichsbürger, Nazis und sonstige völlig Bescheuerte mit dem Zwang, sich ständig zu versammeln und zu demonstrieren. Dabei halten sie das Grundgesetz hoch - und während sie ihr Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrnehmen, skandieren sie, dass ihnen ihre Meinungs- und Versammlungsfreiheit genommen wurde. Ist das paradox oder einfach nur dummdreist? In Wirklichkeit sind es asoziale Egoisten, die die Grundrechte exklusiv für sich alleine beanspruchen. Anderen spricht man ihre Grundrechte ab. Zum Beispiel das auf Unversehrtheit - indem man beim Demonstrieren und auch im Alltag provokativ sämtliche Hygieneregeln außer Acht lässt und damit die Ansteckungsrate weiter in die Höhe treibt. Der Presse und allen Menschen, die sich über diesen Weg gerne informieren möchten, spricht man die Presse- und Informationsfreiheit ab, Pressevertreter werden gezielt attackiert. Gerichtsurteile feiert man, wenn man davon profitiert, wenn zum Beispiel zunächst verbotene Demonstrationen doch stattfinden dürfen. Fällt das Urteil gegen sie aus, wird es ignoriert. Und der Gipfel: Während man sich beschwert, Deutschland sei eine Diktatur und dabei das Grundgesetz hochhält, ruft man "Putin, Putin!", wo doch eben dieser Putin wie viele andere Autokraten und Diktatoren auf der Welt nicht gerade für ihre Demonstrationskultur bekannt sind. Offenbar wissen da viele nicht, was eine Diktatur überhaupt ist. Für Fakten ist man eh nicht empfänglich, man glaubt lieber, dass Außerirdische unter der Erde kleinen Kindern Blut abzapfen, welches Bill Gates dann trinkt, um "ewig jung" zu bleiben und so einen Quatsch.
Okay, auf einen ähnlichen Schwachsinn gründen sich auch die "Weisheiten" der Scientologen, aber das kann ja kein Maßstab sein. Nein, die Querdenker-Bewegung, das sind nicht besorgte Bürger, die zu Recht Angst um ihre Jobs und ihre Grundrechte während der Corona-Pandemie haben. Es sind Putschisten, Vollidioten, Demokratiefeinde, völlig unzurechnungsfähige Arschlöcher. Wann endlich reagiert man auf sie, wie es angemessen wäre?

 

9. 4. 2021 Homepage

Wenn man langsam alt wird

Ach, was waren das für Zeiten?! Ich war Sammelbesteller beim Disk Center. Da gab’s Schallplatten und später CDs - zu guten Preisen, wenn man eine bestimmte Mindestbestellmenge erreichte. Also wurden Freunde und Kollegen eingespannt und jeder profitierte. Damals nannte man es aber noch nicht „win-win“. Das ist jetzt schon über drei Jahrzehnte her - warum erinnere ich mich gerade heute wieder daran? Vermutlich deshalb, weil ich heute wieder Sammelbesteller bin: in der Online-Apotheke. Und die Geldbeträge sind heute höher als damals.

Nun werde ich wirklich alt. Das merke ich auch daran, dass meine Ärzte mittlerweile jünger sind als ich. So fühlt sich das also an. Im Kopf ist man noch 30, aber der Körper ist fast 50, gefühlte 90. Ich beobachte mich außerdem dabei, bei neu angeschafften technischen Geräten nicht mehr wie jahrzehntelang zuvor, erstmal die Bedienungsanleitung zu studieren, sondern tippe einfach drauf los. Kennwörter im Internet muss ich mir sofort aufschreiben, damit die Funktion „Passwort vergessen?“ auf den Websites nicht überstrapaziert wird - die funktioniert eh nicht immer.

Ja, ich werde wirklich alt. Wenn ich jetzt noch eine Sterbeversicherung abschließe und eine Patientenverfügung unterschreibe, dann habe ich wirklich mit allem abgeschlossen.

 

2. 2. 2021 Homepage

Der Dschungel in Hürth

Was die Waldbrände im letzten Jahr nicht vermochten, hat nun Corona geschafft: Das Dschungelcamp „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ in Australien konnte nicht stattfinden. In der Not wollten die Macher von RTL stattdessen auf ein Spukschloss in Wales umbuchen, bevor sie gemerkt haben … große Überraschung …, dass es in Großbritannien ja auch Corona gibt. Und sogar noch viel doller als bei uns. Was also tun?

Eine Ersatzveranstaltung in Hürth-Efferen bei Köln sollte es sein. Da hier aber kein glaubwürdiges Camp aufzubauen wäre, hat man den Titel „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ und den Beinamen „Dschungelcamp“ einfach gestrichen und den neuen Namen „Ich bin ein Star - die große Dschungelshow“ erfunden. Weil sich keine Promis für die Teilnahme gefunden haben, hätte man den Teil mit dem „Star“ aber getrost auch noch weglassen können.
Das Ganze sollte keine offizielle IBES-Staffel werden, sondern nur eine Qualifikation für die 15. Staffel 2022, von der man sich erhofft, dass sie dann wieder regulär in Australien stattfinden kann.

Das Konzept für die Show … hmm … ja, hier hat man offenbar die „Tutti Frutti“-Erfinder um Rat gefragt, denn so ganz übersichtlich war das alles nicht. Von 12 völlig unbekannten „Promis“ sollten viermal drei für jeweils drei Tage in einem Tiny-Haus leben und sich dabei zwei davon in drei „Dschungelprüfungstauglichkeitsprüfungen“ für die nächste Runde qualifizieren. Das letzte Wort hatten aber die Anrufer. Das Regularium hatte zur Folge, dass manche Teilnehmer erst am vierten, siebten oder gar zehnten Tag erstmalig eingreifen mussten. Was sie an den vielen Leerlauf-Tagen gemacht haben, weiß wohl nur RTL. Die Show war dann jedenfalls so spannend, wie einem Käse beim Reifen zuzusehen.

Damit wenigstens EIN wirklicher Promi dabei ist, wurde für den Zeitraum der Show Dr. Bob eingeflogen. Der müsste sich aber furchtbar gelangweilt haben, war er doch größtenteils nur ein Sidekick. Bestimmt hat er sich zwischendurch mal gefragt, ob er nicht in Australien bleiben hätte sollen. Er konnte einem irgendwie Leid tun.

Den ersten Schwund gab’s schon vor Beginn: Eine vorgesehene Teilnehmerin bezeichnete sich selbst als „Hitler-Transe“ und wurde ausgetauscht. Die ersten drei Tage der Show drehten sich dann um die ersten drei Tiny-Haus-Insassen Frank Fussbroich (Reality-Darsteller einer früheren WDR-Serie), den selbstverliebten Stenz Mike Heiter (hat Elena Miras als Partner überlebt, sich aber getrennt) und Zoe Saip (hat mal bei „Germany’s Next Top Model“ mitgemacht). Fussbroich hat die nächste Runde nicht geschafft - zu wenig Anrufer.

Das zweite Tiny-Haus-Trio waren die aus billigen Sexkomödien der 70er-Jahre trotzdem unbekannte Bea Fiedler (heute nur noch völlig heruntergekommene Nörgel-Oma, die nicht wahrhaben will, dass die 80er-Jahre längst Vergangenheit sind), die völlig geistesgestörte Österreicherin Lydia Kelovitz (hat mal bei DSDS teilgenommen, stalkt jetzt Dr. Bob) und Lars Tönsfeuerborn (hat mal ein unbekanntes Fernsehformat namens „Prince Charming“ gewonnen). Bea Fiedler war kaum zu ertragen und schied aus.

Nach erst einer Woche kamen die Kandidaten 7 bis 9 dran: Anmiristgarnichtsecht Christina Dimitriou („Temptation Island“ und solch ein Scheiß), Ichbindertollste Oliver Sanne (2013 Mister Germany, 2015 Bachelor und jetzt diese Chaotenshow - was für ein Abstieg) und Ichbinstockschwulundtrotzdemsaudumm Sam Dylan („Prince Charming“). Oliver Sannes selbstgefälliges Gegockel wollten dann nicht mal mehr die weiblichen Zuschauer sehen - raus!

Die letzten, die dann ins Geschehen eingriffen und in das 3er-WG-Tiny-Haus einzogen, waren die wohl in Entenhausen schönheitsoperierte Djamila Rowe (sie gilt als „Celebrity“, weil sie einmal fälschlicherweise behauptet hat, sie hätte was mit einem Schweizer Botschafter gehabt - wenn man dadurch heute schon zum „Promi“ wird, ist das Abendland wohl schon untergegangen), Filip Pavlovic (bei „Bachelorette“ und „Bachelor in Paradise“ versagt) und Xenia Prinzessin von Sachsen (zweifelhafter, verarmter deutscher Adel - coverte Helene Fischers „Atemlos“ auf Japanisch und gewann 2016 das „Sommerhaus der Stars“ - was für eine beschissene Vita). Die Prinzessin von Leckmichdoch erwies sich als eher wenig teamfähig und etwas eingebildet. Als sie dann selbst merkte, dass der Dschungel für sie vielleicht doch nicht so das Richtige ist, und die Zuschauer bat, für Djamila Dingsbums anzurufen, war für sie fertig - das Plastikgesicht und die Ulknudel waren eine Runde weiter.

Das erste Halbfinale spielten die jeweils Erst- und Zweitplatzierten von Tiny-Haus 1 und Tiny-Haus 2. Dafür musste nur in 14 Metern Höhe ein Steg überquert und dabei drei Sterne aufgehoben werden, wofür keiner länger als ein paar Sekunden gebraucht hat. Du meine Güte - was war DAS denn? Da hatte dann wohl selbst RTL keine Lust mehr auf die Show. Die (zu diesem Zeitpunkt vermutlich nur noch zwei) Anrufer stimmten nicht für Zoe Dingsbums und die verrückte Lydia Dingens. Vor allem über das Ausscheiden Letzterer wird Dr. Bob sehr froh gewesen sein, war doch nun die Stalkerin endlich weg. Mike Heiter und Lars Feuergedöns waren im Finale. Im Halbfinale Tiny-Haus 3 gegen Tiny-Haus 4 setzten sich Filip Dingsbumsowitsch und Djamila Duck gegen Christina Dimitriou und Heulsuse Sam Dylan durch.

Das Finale wartete dann endlich mit richtigen Dschungelprüfungen auf. Unter anderem mit etwas „Leckerem“ zum Essen - was aber keiner konnte. Hauchdünn gewann am Schluss Filip Pavlovic vor Djamila Quakquak das Goldene Ticket für die nächstjährige Staffel.

Zu den langweiligen Tiny-Haus-Einspielern und seltsamen Prüfungen kamen in der Show täglich noch Gäste aus verschiedenen IBES-Staffeln zu Wort, zudem wurden Szenen aus ebendiesen Jahren gezeigt. Almanach - ganz nett zu sehen, hätte man aber auch ab und zu auf der Website posten können.

Der Sieger bekam jedenfalls neben dem Ticket für die Teilnahme im nächsten Jahr noch 50.000 Euro … und einen Hut - worauf albernerweise ständig in besonderer Weise, auch durch den obligatorisch gewordenen Legat-Sidekick, hingewiesen wurde.

Fazit: Hätte man sich sparen können. Eine Show zum Vergessen mit Namen, die sich keiner merken muss. Man sehnt sich geradezu die nächste offizielle Staffel herbei in der Hoffnung, dass dann auch wieder der eine oder andere Promi dabei ist. Und so viel hat RTL dann auch verraten: Zumindest in Lucas Cordalis und Harald Glööckler werden dann zwei dabei sein, die man kennen könnte. Wenn die es sich bis dahin nicht wieder anders überlegen.

 
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